Klimaschutz an Schulen in Korntal-Münchingen Energiesparen auf dem Stundenplan

Von Franziska Meißner 

Bei einem Projekt an mehreren Schulen in Korntal-Münchingen sollen die Kinder für Klimaschutz sensibilisiert werden – und ihre Erkenntnisse an andere weitergeben.

Ein Thermometer zeigt in mehreren Schulen an, wann es warm genug ist. Foto: dpa
Ein Thermometer zeigt in mehreren Schulen an, wann es warm genug ist. Foto: dpa

Korntal-Münchingen - Dass etwas hängen geblieben ist, merkt Gebhard Götz daran, dass es in der Sporthalle dunkel ist. Die Kinder machen nach dem Unterricht das Licht aus – obwohl es, wie Götz sagt, nach 15 Minuten auch automatisch ausgehen würde. Der Rektor der Teichwiesenschule in Korntal freut sich über die Auswirkungen, die das Energiespar- und Klimaschutz-Projekt auf das Verhalten der Kinder hat.

Die Idee zum Projekt kam von der städtischen Klimaschutzstelle, im vergangenen Herbst ist es neben der Teichwiesenschule auch an der Strohgäu-Schule und der Realschule angelaufen. Am heutigen Donnerstag und am kommenden Mittwoch läuten Veranstaltungen an den Schulen das zweite von drei Projektjahren ein.

Sechs bis neun Prozent der Energie haben die Schulen im ersten Jahr eingespart – und damit laut der Stadt 13,5 Tonnen CO2 weniger in die Luft geblasen. Ob durchdachtes Heizen, sparsamer Wasserverbrauch oder eben das Ausschalten des Lichts, wenn der Unterricht vorbei ist: Die Wege, auf denen gespart wird, sind vielfältig. „Es ist wichtig, die Schüler dafür zu sensibilisieren, dass man auch mit kleineren Dingen etwas tun kann“, sagt Astrid Awad, die Rektorin der Realschule. Dort gibt es seit dem vergangenen Herbst eine Energiespar-AG. Fünf Schüler – Acht- und Neuntklässler – haben freiwillig mitgemacht und mehrere Projekte umgesetzt. Laut dem Lehrer Dominic Huber, der die AG zusammen mit der Lehrerin Katja Sigel betreut, haben die Schüler etwa die Luft im Unterricht unter die Lupe genommen und geschaut, wie sich Pflanzen auf den CO2-Gehalt auswirken. Bei den Schülern, sagt Huber, sei das gut angekommen. Bei den Treffen außerhalb der Schulzeit saß die Gruppe oft lange zusammen, und Huber findet: „Es sind tolle Sachen entstanden.“

Auch im Standby-Modus fließt Strom

In der Teichwiesenschule geht es ebenso wie in der Strohgäu-Schule primär um die Themen Heizung, Strom und Wasserverbrauch. In Versuchen haben die Schüler etwa herausgefunden, dass durch elektronische Geräte im Standby-Modus weiterhin Strom fließt – weshalb nun konsequent die Stecker gezogen werden. Auch an der Strohgäu-Schule im selben Gebäude wird die Raumtemperatur mit einem Thermometer überwacht, und in den Wasserhähnen kommen ebenso wie bei der Teichwiesenschule Strahlregler zum Einsatz, damit weniger Wasser fließt.

Für die Schulen lohnen sich die Bemühungen nicht nur in pädagogischer Hinsicht: Sie werden für die eingesparte Energie finanziell belohnt. An die Teichwiesen- und die Strohgäu-Schule etwa überweist die Stadt die Hälfte der eingesparten Kosten. Nach dem ersten Jahr bekommen beide Schulen zusammen knapp 1200 Euro. Die Realschule erhält ebenfalls einen Teil der gesparten Kosten sowie Geld für einzelne Projekte, insgesamt rund 1400 Euro.

Die Kinder sollen das Gelernte weitergeben

Im weiteren Verlauf des Projekts soll es darum gehen, auch in anderen Bereichen Energie zu sparen – und das Thema in den Köpfen der Kinder noch stärker zu verankern. Wie wichtig das ist, betont auch der Leiter der Strohgäu-Schule, Rainer Würtele – eine Auffrischung sei „immer mal wieder vonnöten“. Dafür gibt es auch spezielle Unterstützung aus der Schülerschaft: Wenn etwa mal das Licht angelassen wird, greifen laut Würtele Schüler ein, die im Klassenverband in Sachen Energie verantwortlich sind. Auch in der Teichwiesenschule bemüht man sich, das Thema nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Gebhard Götz hat ein Team von Schülern um sich geschart, die sich mit Vorträgen genau darum kümmern. Das Interesse an dieser Aufgabe war laut dem Schulleiter groß: „Ich musste viele abweisen.“

Götz findet die Themen Energie und Klima „eminent wichtig“ – und sieht die Bemühungen an seiner Grundschule als „Basisarbeit“: „Jetzt sind die Kinder noch empfänglich.“ Auch die Klimaschutzstelle setzt darauf, dass die Kinder das Thema verinnerlichen – und es weitergeben. Diese Rechnung scheint aufzugehen: Was sie in der Schule gelernt haben, tragen viele Schüler offenbar auch nach Hause. Einige Eltern, sagt Götz, hätten etwas verwundert davon berichtet, dass ihre Kinder plötzlich Lichter ausmachten und Stecker zögen.