Klimaschutz auf dem Schurwald Solarenergie für möglichst viele Dächer

Mit der Bündelaktion könnten noch mehr Dächer mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet werden Foto: Peter Stotz

Eine Infoveranstaltung in Lichtenwald zum gemeinsamen Ausbau von privaten Photovoltaik-Anlagen stößt auf große Resonanz. Die Klimaschutzagentur des Kreises und die Teckwerke Kirchheim werben mit Synergieeffekten.

Als einer der entscheidenden Schritte zur Begrenzung der Folgen des Klimawandels gilt der Abschied von fossilen Brennstoffen zur Erzeugung von Strom und Wärme. Zur Umsetzung der Energiewende bietet sich vielerorts die Nutzung der Sonnenenergie an. In Lichtenwald wie zuvor schon in Aichwald haben kürzlich die Klimaschutzagentur des Landkreises Esslingen und die Bürgerenergie-Genossenschaft Teckwerke aus Kirchheim über die Möglichkeit informiert, in einer gemeinsamen Aktion den Aufbau und die Nutzung von Photovoltaik-Anlagen voran zu bringen.

 

Die Gemeinden Lichtenwald und Aichwald wollen einen großen Beitrag zum Ausbau der Solarenergie leisten und in der Region eine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz und Energiewende einnehmen. Deshalb waren die Bürger Anfang März in Aichwald und nun auch in Lichtenwald eingeladen, sich über Photovoltaik (PV) zu informieren und bei Interesse in einer sogenannten Bündelaktion die professionelle Beratung, die gemeinsame Beschaffung und den Aufbau von PV-Anlagen von der Planung bis zur Bauabnahme zu beauftragen.

Mehr als 200 Interessierte versammeln sich im Bürgerzentrum

Die Gemeinderatsfraktionen der LBL, der FUW und der CDU sowie der Ortsverband Schurwald von Bündnis 90/Die Grünen hatten mit der Unterstützung der Gemeindeverwaltung das Ziel ausgerufen, das große Potenzial an Sonnenenergie auf dem Schurwald zu nutzen, „gemeinsam möglichst viele Dächer in Lichtenwald mit PV-Anlagen auszustatten und die Hausbesitzer im gesamten Prozess bestmöglich und aus einer Hand zu unterstützen“. Mehr als 200 Besucher drängten sich im Saal des Bürgerzentrums und unterstrichen damit das vom Organisationsteam erwartete „starke Bürgerinteresse, Strom über Solaranlagen vom eigenen Dach zu gewinnen“.

Photovoltaik sei „ökologisch unabdingbar, und sie rechnet sich finanziell“, sagte Bürgermeister Ferdinand Rentschler zum Auftakt. Dies betonten auch die Referenten Magnus Schulz-Mönnighoff von der Klimaschutzagentur des Kreises und Felix Denzinger, Vorstandsmitglied der Bürgerenergie-Genossenschaft Teckwerke aus Kirchheim.

Die Experten illustrierten die Vorteile und Ersparnisse, die Privatleute bei einer PV-Bündelaktion genießen, sei es durch professionelle Analysen und Erstberatungen zu den Kosten und möglichen Fördermitteln, bei der Bauplanung oder bei Sammelbestellungen im Großhandel für alle Komponenten ihrer PV-Anlage.

Schulz-Mönnighoff rechnete vor, dass für den Aufbau einer PV-Anlage einschließlich Speicher etwa 30 000 Euro einzuplanen seien. Die Investition amortisiere sich allerdings schnell. Für die Anschaffung, die Installation und sogar das Gerüst werde keine Mehrwertsteuer fällig, der Einbau einer Wärmepumpe werde mit 40 Prozent gefördert, und hinzu komme die Einspeisevergütung von derzeit 7,1 Cent pro Kilowattstunde. „Eine PV-Anlage ist das einzige Gebäudeteil, das mehr Geld einbringt, als es kostet“, sagte Magnus Schulz-Mönnighoff.

Als Sahnehäubchen kämen die günstigen Konditionen durch die gebündelte Beauftragung obendrauf. Für das Komplettpaket von der Erstberatung über den Einkauf, die Baubegleitung, die Installation durch regionale Handwerker bis zur Qualitätskontrolle sei mit etwa 20 Prozent Einsparungen zu rechnen, erklärte Felix Denzinger.

Die Kapazitäten der Planer und der Handwerker sind begrenzt

Nach dem vorläufigen Zeitplan der Teckwerke könnten im Sommer die Ausschreibungen für die Lieferung der Anlagen laufen, die Aufträge etwa im Oktober vergeben werden. Schon im Winter könnte mit dem Bau begonnen werden. Angesichts der hohen Nachfrage nach einer Registrierung für die PV-Bündelaktion, nach Beratungsterminen und weiteren Schritten hin zur Umsetzung der Aktion kürzlich in Aichwald und nun auch in Lichtenwald wiesen die beiden Referenten darauf hin, dass die Kapazitäten sowohl der Planer wie auch der Handwerksbetriebe begrenzt seien. Sicherheitshalber sollen deshalb zunächst eine Obergrenze von 100 Aufträgen und eine zeitliche Frist für Anmeldungen bis zum 16. April gelten.

Photovoltaik und Klimaschutz

Photovoltaikpflicht
 Seit dem 1. Januar 2022 gilt in Baden-Württemberg für den Neubau von Nichtwohngebäuden und seit 1. Mai 2022 auch für den Neubau von Wohngebäuden Photovoltaikpflicht. Seit 1. Januar 2023 gilt dies auch bei einer grundlegenden Dachsanierung. Informationen gibt es unter www.energiewende.baden-wuerttemberg.de.

Klimaschutzagentur
 Im Landkreis Esslingen bietet die Klimaschutzagentur des Kreises den Kommunen Unterstützung bei der Umsetzung von Klimaschutzvorhaben. Außerdem werden Hausbesitzer und Mieter zu Energieeffizienz, Modernisierung, Heizungsoptimierung und Solarenergie beraten. Informationen gibt es unter der Telefonnummer 07 11/20 70 30 70 und im Netz unter www.ksa-es.de.

Bündelaktion
 Die Bürgerenergie-Genossenschaft Teckwerke aus Kirchheim ist im weiten Umkreis der einzige Energieversorger, der unmittelbar beim Aufbau von PV-Anlagen durch gebündelte Bestellungen und Beauftragungen unterstützt. Informationen gibt es unter www.teckwerke.de.

Kommunale Förderung
 In Ostfildern erhalten Hausbesitzer und Mieter für den Einbau von Stecker-Solarmodulen eine Förderung der Stadt von maximal 250 Euro. Mit diesen Modulen kann Solarstrom mit einer maximal zulässigen Leistung von 600 Watt Peak auf dem Balkon erzeugt und direkt in das Netz des Hauses eingespeist werden. Infos unter www.ostfildern.de

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