Klimaschutz in Fellbach Grünes Dach für die Garage, Großgehölze im Vorgarten
Die Stadt Fellbach bringt die neue Grünachse in Oeffingen auf den Weg. Für Anwohner und Gewerbetreibende gibt’s Zuschüsse.
Die Stadt Fellbach bringt die neue Grünachse in Oeffingen auf den Weg. Für Anwohner und Gewerbetreibende gibt’s Zuschüsse.
Man könnte bei den sich abzeichnenden Perspektiven, in leichter Abänderung des Schlagertexts aus dem Musical „My fair Lady“, vor sich hin trällern: „Es grünt so grün, wenn Oeffingens Blüten blühen.“ Denn im nördlichen Stadtteil entsteht die erste offizielle Grünachse im Zuge der bereits vor fünf Jahren beschlossenen Fellbacher Grünstrategie.
Die Strategie soll mehr Grün schaffen und Flächen entsiegeln, um das Stadtgebiet besser gegen die wegen des Klimawandels zu erwartenden Hitzeereignisse zu stärken und dem Artensterben zu begegnen. Neben Flächen im öffentlichen Raum spielen die privaten Grünräume in der Kommune eine zentrale Rolle bei der Förderung der Biodiversität – etwa um Insekten wieder genügend Nahrung zu verschaffen.
„Das Straßenbild wird nicht nur von den Straßenbäumen geprägt, maßgeblich sind auch die angrenzenden Vorgärten und Gewerbeflächen“, heißt es in den schriftlichen Erläuterungen des Stadtplanungsamts. Als erste Grünachse wurde im Gemeinderat auf Vorschlag der Stadtverwaltung die Hofener Straße und in der Verlängerung die Johann-Schwarz-Straße in Oeffingen auserkoren – in diesem Bereich befindet sich auch der zentrale Klosterplatz. Ein entsprechendes Förderprogramm, das die dortigen Anlieger mit kleinen Unterstützungsbeiträgen motivieren soll, wurde deshalb aufgelegt.
Fürs Förderpaket ist zunächst einmal ein Gesamtbetrag von 20 000 Euro vorgesehen; wer sich als Anlieger für ein kleines Grünprogramm im eigenen Vorgarten entscheidet, erhält bis zu 50 Prozent der Kosten, bei einer maximalen Förderung von 2000 Euro. Voraussetzung ist ein einmaliges Beratungsgespräch beim Tiefbauamt. Allzu große Eile ist allerdings gar nicht erforderlich, denn interessierte Anwohner und Gewerbetreibende in Oeffingen können ihren formlosen Antrag bis 1. Juni 2025 stellen.
Das Förderprogramm solle „Anlieger der Straßen zum Mitmachen animieren – mit fachkundiger und umfangreicher Beratung“, erläutert die Fellbacher Baudezernentin Beatrice Soltys. Beispielsweise könnten die Dächer und Fassaden der zahlreichen Fertigteilgaragen begrünt werden, oder es werden in bisher baumlosen Vorgärten eben Bäume gepflanzt. Konkret aufgeführt als förderfähige Aktivitäten sind auch „hochwertige Staudenpflanzungen, Baumpflanzungen und Großgehölze im Vorgarten“. Die Fachleute schlagen zudem die „Umwandlung von artenarmen Rasenflächen in artenreiche Blühwiesen“ vor.
Im Gremium gab es zumeist Lob fürs Projekt, wobei Stadtrat Peter Schwarzkopf (Freie Wähler/Freie Demokraten) anmerkte, dass sich die Debatte zum Thema nicht im Gegensatz „Parkplatz kontra Baum“ erschöpfen dürfe. Anja Off (CDU) wies allerdings auch darauf hin, dass für die umfangreichen Beratungen zusätzliches Personal erforderlich sei, während man in anderen Abteilungen wichtige Stellen nicht besetzen könne.
Hintergründe Anlieger erhalten einen Infoflyer per Post. Infos zum Förderprogramm unter fellbach.de/förderprogramm-vorgarten.