Klimaschutz und Energiemanagement Gemeinde Dettingen mit European Energy Award zertifiziert

Der Dettinger Klimaschutz- und Energiemanager Michael Christ hat gut lachen: Die Gemeinde ist beim Thema Energiesparen erfolgreich unterwegs. Foto: /Karin Ait Atmane

Dettingen unter Teck ist als erste Gemeinde im Landkreis Esslingen mit dem European Energy Award zertifiziert worden. Dahinter stecken über zwei Jahrzehnte Bemühungen in Sachen Klimaschutz.

Die Stadt und der Landkreis Esslingen wollen ihn. Filderstadt will ihn auch – Dettingen hat ihn schon: Die Rede ist vom European Energy Award (EEA), mit dem die Gemeinde zertifiziert wurde.

 

„Wir sind seit 23 Jahren konsequent unterwegs bei Energiesparen und Klimaschutz“, betont Bürgermeister Rainer Haußmann. So hat die Gemeinde seit der Jahrtausendwende den CO2-Ausstoß ihrer eigenen Gebäude um 77 Prozent reduziert. Ob es um den kommunalen Bauhof geht oder um einen Altbau, der als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet wird: Energie- und Klimaschutzmanager Michael Christ rechnet die Sache unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten durch. Dabei kommt er meistens zu dem Ergebnis, dass sich Klimaschutz lohnt: So ist die Unterkunft für Geflüchtete mittlerweile auf Effizienzhaus-55-Standard saniert und wird mit einer Wärmepumpe beheizt. Der Bauhof, bisher eher ein Energie-Dinosaurier, bekommt derzeit eine Dämmung samt Holzverkleidung, neue Fenster und eine neue Heizung.

Ein echtes Leuchtturmprojekt ist das Wärmenetz auf dem Schul- und Sportgelände. Mit einer Holzhackschnitzelanlage werden eine Schule, ein Kindergarten, eine Sporthalle und auch der Großverbraucher Hallenbad mit Wärme versorgt. Diese Anlage besteht seit gut 15 Jahren und wird Zug um Zug erweitert. Ein weiteres Nahwärmenetz ist in einem Neubaugebiet fest geplant, wobei rund 50 Prozent der Wärme aus dem Abwasserkanal gewonnen werden soll. Während hier von Anfang an entsprechend geplant werden kann, ist die Installation eines Wärmenetzes bei bestehender Bebauung schwieriger – aber auch das will die Gemeinde für ihre Ortsmitte prüfen.

Ein weiteres Projekt ist ein großer Bürgersolarpark auf einem Grundstück an der Autobahn. Diese Ideen sind auch Resultate der kommunalen Wärmeplanung, bei der Dettingen ebenfalls vorne dran ist. Die Gemeinde hat zusammen mit Owen und Bissingen einen Konvoi für die Wärmeplanung gebildet und ihren Entwurf bereits vorliegen.

Eigens eine volle Stelle geschaffen

Michael Christ als Klimaschutz- und Energiemanager kann diese Themen vertiefen und vorantreiben. Dass Dettingen eine volle Stelle für diese Aufgabe geschaffen hat, ist für eine Gemeinde dieser Größe eine Besonderheit. Christ berät im Rathaus auch Privatleute und Unternehmen, denn ohne sie, davon ist er ebenso überzeugt wie der Bürgermeister, wird die Energiewende nicht gelingen. Mit der „Online-Challenge“ namens „fighters for future“ für Familien, Gruppen und Einzelpersonen geht er das Thema aber auch spielerisch an.

Der EEA wird als „europaweites Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren“ beschrieben: Mit ihm sollen Kommunen unterstützt werden, ihre Klimaschutz-Aktivitäten systematisch zu erfassen, abzustimmen und zielgerichtet umzusetzen. Das muss dokumentiert und in einem Audit-Verfahren nachgewiesen werden. Dettingen hat dabei 68,5 von 100 möglichen Punkten erreicht. Ab 50 Punkten wird die Auszeichnung verliehen, mit 75 ist der Goldstandard erreicht.

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