Klimawandel Asiatische Tigermücke fühlt sich im Südwesten wohl

Von red/dpa 

Experten fürchten, dass sich die asiatische Tigermücke im Südwesten weiter ausbreiten könnte. Das ehemals in den Tropen beheimatete Tier kann gefährliche Krankheiten übertragen.

Die asiatische Tigermücke wurde bereits im Südwesten gesichtet Foto: dpa
Die asiatische Tigermücke wurde bereits im Südwesten gesichtet Foto: dpa

Stuttgart - Das Gesundheitsministerium befürchtet im Zuge der Klimaerwärmung eine Ausbreitung der als Krankheitsüberträger gefürchteten Asiatischen Tigermücke. Generell seien wegen des warmen Klimas der Oberrhein und das Kraichgau gut geeignet für das Insekt. „Bis Mitte des Jahrhunderts könnten auch das Allgäu, das Chiemgau und das Niederrheinische Tiefland mit der Kölner Bucht als mögliche Verbreitungsgebiete hinzukommen“, heißt es in einer jüngsten Antwort des SPD-geführten Landesministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen im baden-württembergischen Landtag.

Die schwarz-weiß gemusterte Stechmücke ist in Südeuropa weit verbreitet und liebt Wärme. Das Insekt gelangt seit einigen Jahren vereinzelt mit Reisenden aus Südeuropa nach Deutschland. Kürzlich erklärten Wissenschaftler, dass die Mücke offensichtlich auch in Süddeutschland überwintert: Mitte Juli waren im Osten Freiburgs erneut Eier, Larven, Puppen und ausgewachsene Mücken gefunden. Die aus den Tropen stammende Mücke kann unter anderem das Chikungunya- und das Dengue-Fieber verbreiten. Das Risiko einer Krankheitsübertragung in Deutschland gilt aber derzeit als gering.

Ist die Tigermücke erst mal heimisch, ist es zu spät

Im Frühstadium der Mücken-Ansiedlung könnten Bekämpfungsmaßnahmen noch erfolgreich sein, heißt es in der parlamentarischen Antwort. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten, dass eine Zurückdrängung nicht mehr möglich sei, sobald der Tigermoskito heimisch geworden sei. In solchen Fällen wären dann auch in Baden-Württemberg Fälle von Dengue- und Chikungunya-Fieber möglich, heißt es. Die grün-rote Landesregierung plant in einem im Juli vom Kabinett beschlossenen Konzept, unter anderem einen Warn-, Bekämpfungs- und Kontrolldienst für gesundheitsgefährdende Pflanzen und Tiere aufzubauen.

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Thomas Marwein, sagte, es gelte nun, die Stellen zu identifizieren, die für die Mücken interessant sein könnten und die Bevölkerung aufzuklären - und dabei nicht in Panik zu verfallen. Er erinnerte an das Grundproblem des Klimawandels. Auch die ursprünglich aus Asien stammende Kirschessigfliege sorgt seit einigen Jahren für Ärger in Deutschland.