Klimawandel Stuttgart Ein zu warmes Pfingstwochenende?

In der Stuttgarter Innenstadt wurde es an Pfingsten über 26 Grad. Foto: 7aktuell.de/Andreas Werner

Pünktlich zum verlängerten Pfingstwochenende wurde es warm in Stuttgart. Zu warm? Wetterdaten zeigen, dass dieser Eindruck teilweise stimmt.

Nach einem von Tiefdruckgebieten geprägten Frühlingsanfang brachte ein Hoch namens Vera über Pfingsten sommerliche Temperaturen nach Stuttgart. Die Daten unserer Klimazentrale zeigen, wie sich das Wetter im Laufe der Jahrzehnte an diesem verlängerten Pfingstwochenende wegen des Klimawandels verändert hat.

 

Am vergangenen Pfingstwochenende wurden am Stuttgarter Schnarrenberg, wo der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine Wetterstation unterhält, Temperaturen bis zu 24,4 Grad gemessen. Damit liegen die Höchsttemperaturen der letzten Tage am oberen Rand des in den vergangenen drei Jahrzehnten gemessenen Normalbereichs. Üblicherweise waren es damals zwischen 17 und 25 Grad. Blickt man weiter in die Vergangenheit, zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels: Zwischen 1961 und 1990 lagen derartige Tageshöchsttemperaturen, wie sie aktuell auftreten, noch außerhalb der Norm. Der Bereich der Temperaturen, die häufig auftreten, hat sich also deutlich verschoben. Damals waren es meist zwischen 14 und 22 Grad, im Mittel 19. Ein Blick auf die Rekordwerte zeigt allerdings, dass die Temperaturen Ende Mai durchaus schon auf über 30 Grad ansteigen – oder aber auch auf milde 2,5 Grad in der Nacht absinken können.

Zu Pfingsten wurde es in diesem Jahr hingegen auch nachts nicht kälter als zehn Grad, die Temperaturen bewegten sich im Normalbereich der letzten 30 Jahre. In den Jahren von 1961 bis 1990 wurde es hingegen noch etwas kälter: Der Mittelwert der nächtlichen Tiefsttemperaturen lag zwischen neun und zehn Grad. Zuletzt waren es 13 Grad.

Mit dem üppigen Sonnenschein und wenigen Wolken fiel zuletzt ebenfalls weniger Niederschlag als in früheren Jahren um diese Zeit. Statt der üblichen 82 Liter je Quadratmeter regnete es am Schnarrenberg in den letzten 30 Tagen nur 35 Liter, was deutlich außerhalb der Norm der Jahre 1961 bis 1990 liegt. Dem DWD zufolge nimmt die Trockenheit in vielen Teilen Deutschlands damit wieder zu. Demnach zehre der Oberboden bis zu einer Tiefe von 25 Zentimetern meist noch von den reichlichen Niederschlägen der vergangenen Wochen, im Gesamtboden bis 1,8 Meter gebe es aber vor allem in Ostdeutschland immer noch einige Regionen mit Dürre. Im Südwesten ist allerdings mehr Regen gefallen, weshalb die Regionen rund um Stuttgart weniger betroffen sind.

Klimazentrale Stuttgart

Dieser Artikel ist Teil des Wetter- und Klimamonitors von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten. Wir stellen für alle Orte in der Metropolregion Stuttgart Daten von amtlichen Wetterstationen zur Verfügung und vergleichen sie automatisiert mit Langzeitmessreihen: Ist das Wetter heute ungewöhnlich oder nicht?

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