Klingenbach-Anlage in Stuttgart-Gaisburg Schüler sammeln 30 Säcke Müll

Von Fatma Tetik 

Sechstklässler der Grund- und Werkrealschule Gablenberg haben im Rahmen eines Schulprojekts die Klingenbach-Anlage sauber gemacht. Wenn am Wochenende schönes Wetter war, sieht es montags dort richtig schlimm aus.

Schüler der Werkrealschule Gablenberg haben 30 Säcke Müll gesammelt. Foto: Fatma Tetik
Schüler der Werkrealschule Gablenberg haben 30 Säcke Müll gesammelt. Foto: Fatma Tetik

S-Ost - Die Parkanlage im Klingenbach ist wieder sauberer: Zu verdanken ist dies Schülern der Werkrealschule Gablenberg. Bei einer Putzaktion haben die Sechstklässler die stark verschmutzte Anlage von achtlos entsorgtem Müll befreit. „Es ist erschreckend, was hier alles herumliegt“, sagt Alla Deringer. Die Klassenlehrerin hatte die Putzaktion im Rahmen des dreiwöchigen Schulprojekts „Müll.Sorgen.Entsorgen“ ins Leben gerufen. Zu den Bausteinen des Projekts zählte neben einem theoretischen Unterrichtsteil auch der Besuch des Wertstoffhofes. „Wir wollen den Schülern einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur nahelegen und haben das Thema deshalb in den Unterricht integriert“, so Deringer.

Sogar schmutzige Socken liegen dort herum

Die Müllvermeidung als auch eine ökologisch korrekte Mülltrennung spiele im Schulalltag bereits seit langem eine große Rolle, sagt die Pädagogin. Ziel sei es, die Kinder für das Thema zu sensibilisieren, sodass sie auch in ihrem Alltag verstärkt darauf achten, weniger Müll zu produzieren. Mit der Putzaktion in der Klingenbach-Anlage haben die Schüler nun erstmals auch außerhalb des Schulareals für Sauberkeit und Ordnung gesorgt. Ausgestattet mit Greifzangen, Handschuhen und Müllsäcken zogen die Mädchen und Jungen in Gruppen über die Klingenbach-Anlage, um Jagd auf Schmutz und Abfall zu machen.

Bei ihrem Streifzug durch den Park staunten die Schüler nicht schlecht. Der Unrat, der in den blauen 70-Liter-Säcken der Kinder landete, war nämlich sehr vielfältig: Jede Menge Plastik, ganze Kartonagen, Bierflaschen, Zigarettenschachteln, zerfetzte Bälle, vergammelte Brötchen und sogar schmutzige Socken pickten die fleißigen Helfer von den Grün- und Spielflächen. „Am ekligsten waren die Hundekot-Tüten, weil der Inhalt beim Aufheben von der Zange zerquetscht wurde“, schildert die 13-jährige Sana. Ihre gleichaltrige Freundin Sofia ergänzt: „Ich verstehe nicht, warum die Menschen den Kot ihrer Hunde in Tüten packen und dann auf die Wiese werfen.“ Ein Anwohner, der mit seinem Hund täglich Gassirunden im Park dreht, berichtet: „Hier gibt es einfach zu wenig Mülleimer und die sind fast immer überfüllt“, so der Senior, der namentlich nicht genannt werden möchte. Aus diesem Grund habe auch er schon einige Male Hundekot-Tüten neben die Mülleimer legen müssen, sagt er.

Mülleimer werden zu selten geleert

Armin Friedl, der ebenfalls täglich mit seinen Hunden in der Klingenbach-Anlage unterwegs ist, ärgert sich über das rücksichtslose Verhalten einiger Spaziergänger. „Ich finde es gut, dass sich die Kinder so engagieren, aber eigentlich ist es nicht ihre Aufgabe, den Müll, den andere hinterlassen, aufzuräumen.“ Auch er bestätigt, dass die Mülltonnen stets überfüllt sind. Insbesondere nach den Wochenenden sei der Platz oftmals durch Grillpartys von Familien und Jugendlichen vermüllt. Die acht Mülleimer in der Parkanlage werden drei Mal in der Woche durch die Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) geleert. Für die Reinigung der Grün- und Spielflächen ist hingegen das

Garten-, Friedhofs- und Forstamt verantwortlich. „Eigentlich müsste man hier die Mülleimer täglich leeren“, sagt ein AWS-Mitarbeiter, der gemeinsam mit seinem Kollegen die gefüllten Müllsäcke der Schüler abholte. Am Ende der Putzaktion waren es fast 30 Müllsäcke, die im AWS-Fahrzeug landeten. Alla Deringer lobte den Einsatz ihrer Schüler. „Ich bin sehr stolz auf die Klasse und kann mir vorstellen, eine solche Aktion regelmäßig mit Schülern durchzuführen“, so die Lehrerin.

Auch die Bezirksgruppe Ost der Stuttgarter CDU hat geputzt und aufgeräumt. Die AWS stellte Besen, Schaufeln und Zangen zur Verfügung. Vom Ostendplatz bis zur Kreuzung Wagenburgstraße/Talstraße sorgten die Helferinnen und Helfer dafür, dass die Bushaltestellen und die Grünstreifen von achtlos oder bewusst weggeworfenen Abfällen aller Art befreit wurden.

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