Klingenbach-Anlage in Stuttgart-Ost Die Hornbergstaffel muss warten

Von Georg Linsenmann 

Weil dem Tiefbauamt die Kapazitäten dafür fehlen, wird die alte Hornbergstaffel in Gaisburg voraussichtlich erst im Jahr 2018 wieder hergestellt. Ein Teil des dafür bereits für dieses Jahr eingeplanten Geldes, kann nun für den neuen Weg durch die Kleingärten zwischen den beiden Teilen der Klingenbach-Anlage verwendet werden.

So sieht der neue Weg durch die Kleingärten in Gaisburg aus. Der Lattenzaun soll nach und nach von Pflanzen umrankt und begrünt werden. Foto: Jürgen Brand
So sieht der neue Weg durch die Kleingärten in Gaisburg aus. Der Lattenzaun soll nach und nach von Pflanzen umrankt und begrünt werden. Foto: Jürgen Brand

Der neue Weg durch die Kleingarten-Anlage Klingenbachtal zwischen dem oberen und dem unteren Teil der Klingenbach-Anlage ist fertiggestellt und wird am 4. Juni offiziell übergeben. Auch die Arbeiten an der neuen Naturgartenanlage, die nicht zuletzt den umliegenden Schulen und Kindergärten dienen soll, sind weitgehend abgeschlossen. Auf der Ziellinie droht dem Projekt nun aber das Geld auszugehen. 80 000 Euro fehlen noch, die das Budget des Projektes nicht hergibt. Abhilfe schafft nun eine Querfinanzierung, die allerdings auch eine Schattenseite hat. Denn das Geld soll aus dem Topf kommen, aus dem ursprünglich noch in diesem Jahr die historische Hornbergstaffel wiederhergestellt werden sollte. Das aber, so wurde in der aktuellen Sitzung des Bezirksbeirates verkündet, ist nun nicht realisierbar. Dem Tiefbauamt fehle dazu wegen zahlreicher anderer Aufgaben die Kapazität.

Die Hornbergstaffel wird 2018 wieder hergestellt

Das wiederum sei „eine glückliche Fügung“, meinte Günther Hertfelder vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt, „wenn auch nur im Hinblick auf das Projekt Klingenbachtal“. So trug er den Antrag vor, aus dem 150 000 Euro betragenden, aktuell nicht nutzbaren Budget für die Hornbergstaffel die 80 000 Euro zu übertragen. Wobei er betonte: „Die Finanzierung für die Hornbergstaffel hätte aber im nächsten Doppelhaushalt oberste Priorität, sodass man damit im Jahr 2018 beginnen könnte.“ Die Übertragung der Mittel selbst sei „verwaltungstechnisch kein Problem“.

Die zusätzlich benötigten Mittel fürs Klingenbachtal seien übrigens „kein Defizit“, sondern vorher nicht erwarteten Reparaturmaßnahmen geschuldet. Diese betreffen Mauern am Hang, die „nach dem Krieg erstellt wurden und sich nun als brüchig erwiesen haben. Wenn wir das jetzt machen, ginge das relativ einfach und wir könnten zudem Geld sparen.“

Der Lattenzaun gefällt nicht allen

„Das Geld bleibt im Stadtbezirk, wir sollten es nutzen“, meinte die Bezirksvorsteherin Tatjana Strohmaier. Und just so sah es auch das Gremium, weshalb nach dem Bedauern über die derzeit ausbleibende Wiedergewinnung der Hornbergstaffel der Antrag einstimmig angenommen wurde.

Scharfe Kritik gab es allerdings am eben fertiggestellten neuen Weg durch die Kleingartenanlage, der nun statt von Maschendrahtzaun von schmalen Holzlatten eingefasst wird. Karl-Christian Haussmann (CDU) meinte: „Sie haben den wunderschönen alten Weg durch eine Autobahn ersetzt. Da ist etwas verloren gegangen.“ Ulrich Rockenbauch (SÖS-Linke-Plus) assistierte: „Das sieht furchtbar es. Es wirkt wie in einem Gefängnis.“ Ein Eindruck, dem Hertfelder nicht widersprach. Er stellt jedoch auch klar: „In der Tat, das sieht nackt und kahl aus. Das ist aber nur eine Übergangsstufe. Sie müssen die Vision im Auge habe, die der Gestaltung zugrunde liegt.“ Das Holz der Latten werde vergrauen, und es sollen noch 60 Bäume gepflanzt werden. Zudem würden die Kleingärtner den Zaun einranken. „Und wenn das alles schön wächst“, so Hertfelder, „dann wird das die Anmutung eines Frühling- und Sommergartens haben. Dafür müssen wir nur ein wenig Geduld aufbringen.“




Unsere Empfehlung für Sie