Klinik-Neubau eingeweiht Lange Flure, kurze Wege

Von Brigitte Fritz-Kador 

Die SLK-Kliniken feiern ihren 225 Millionen Euro teuren Neubau am Gesundbrunnen.

Glas dominiert  die Fassaden der neuen Klinik Foto: SLK-Kliniken
Glas dominiert die Fassaden der neuen Klinik Foto: SLK-Kliniken

Heilbronn - Im Beisein von Sozialminister Manne Lucha (Grüne) ist in Heilbronn der Neubau des Klinikums am Gesundbrunnen eingeweiht worden. 225 Millionen Euro haben die SLK-Kliniken investiert. Zusammen mit dem vor wenigen Monaten eröffneten Klinikneubau am Plattenwald in Bad Friedrichshall und einem weiteren geplanten Neubau am Gesundbrunnen summieren sich die Investitionen auf mehr als 500 Millionen Euro. Es gehe um die Zukunftssicherung der Gesundheitsversorgung im Einzugsbereich, sagte der SLK-Geschäftsführer Thomas Jendges. Zu dem Klinikverbund, der von der Stadt und dem Landkreis Heilbronn getragen wird und 4000 Mitarbeiter beschäftigt, gehören auch Einrichtungen in Brackenheim, Möckmühl und Löwenstein.

Das Kostenvolumen sei immens, mit dem Eigenfinanzierungsanteil bewege man sich am Ende der Möglichkeiten, sagte Jendges. 120 Millionen Euro muss das Klinikum für diesen und den nun folgenden zweiten Bauabschnitt aufbringen. Er soll 2021 fertig sein. Dafür weichen muss die alte Frauenklinik, sie werde demnächst abgerissen. Auch sie war bei ihrer Einweihung 1972 als modernste Klinik gefeiert worden. Doch die inhaltlichen Anforderungen hätten sich geändert. Vor 20 Jahren habe ein Krankenhaus zu zwei Dritteln aus Bettenkapazitäten bestanden, heute entfielen zwei Drittel auf den Funktionsbereich.

Zwar stieg die Zahl stationärer Patienten zuletzt auf knapp 50 000 im Jahr. Gleichzeitig ging aber deren Verweildauer von zwei Wochen auf sechs Tage zurück. Dennoch: Ohne Neubauten sei dies nicht zu bewältigen, sagte Jendges. Das neue Haus biete trotz langer Flure kurze Wege zu den Patienten. Die 16 Operationssäle seien technisch auf dem neuesten Stand. Der Patientenempfang sei den Funktionsbereichen zugeordnet. Was die Anmutung anbelange, könne er es mit der Rezeption eines Vier-Sterne-Hotels aufnehmen. Zwei-Bett-Zimmer gehören zur Grundausstattung, jedes hat ein großes Bad und einen mitnehmbarem Schrank, was wichtig bei Verlegungen ist.

Dass es dennoch eine Zwei-Klassen-Patientenschaft gibt, wird mit Zusatzeinnahmen gerechtfertigt. Wer ein Privatzimmer bucht, nimmt sein Frühstück vom fahrbaren Büffet, hat einen riesigen Flachbildschirm, Schreibtisch und Safe. Den Panoramablick weit über die Stadt aus den fast bodentiefen Fenstern gibt es dank Höhenlage des Klinikums aber für alle ohne Aufpreis.