Der neue Chefarzt der Kliniken Böblingen/Sindelfingen bittet um Auflösung seines Vertrages. Laut Klinikverbund seien „unterschiedliche Vorstellungen in Bezug auf die medizinische Grund- und Neuausrichtung der Klinik auf dem Weg zum Flugfeldklinikum“ der Auslöser.

Die Kliniken Sindelfingen/Böblingen müssen nach einem neuen Chefarzt für die Kardiologie suchen. Wie der Klinikverbund Südwest mitteilt, wird Privatdozent Thomas Helbing nach nur vier Monaten das Haus bereits wieder verlassen. Der 45-jährige Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie hatte Anfang des Jahres die Chefarztposition der Medizinischen Klinik II/Kardiologie an den Kliniken Sindelfingen übernommen. Die Kardiologie in Sindelfingen/Böblingen ist eine der größten Abteilungen innerhalb des Klinikverbundes Südwest. Der Grund für die Trennung sind laut einer Pressemitteilung des Klinikverbundes „unterschiedliche Vorstellungen in Bezug auf die medizinische Grund- und Neuausrichtung der Klinik auf dem Weg zum Flugfeldklinikum“. Helbing habe um Aufhebung seines laufenden Vertrages gebeten.

 

Die Suche nach einer Nachfolgelösung soll möglichst rasch angegangen werden. „Wir werden umgehend die Nachbesetzung forcieren“, betont Martin Loydl, Geschäftsführer des Klinikverbundes Südwest. Für die Patienten in der Region gebe es keinerlei Einschränkungen in der Versorgung, versichert Martin Loydl. „Die weiteren Planungen für die Flugfeldklinik werden davon nicht beeinträchtigt“, betont auch Verbundpressesprecher Ingo Matheus, der im Falle der Trennung von einer „unglücklichen Sache“ spricht. Es gebe jedoch ein „stabiles Team“ von Oberärzten und die Expertise weiterer Kardiologen im Verbund, die die Zeit, bis ein Nachfolger gefunden ist, überbrücken.

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Der kurzfristige Weggang des Chefarztes ist der vierte Verlust in der Führungsetage des Klinikverbundes innerhalb eines Jahres. Nachdem der Regionaldirektor für die Kliniken Herrenberg und Leonberg im vergangenen März das Haus verlassen hatte, warf seine Nachfolgerin bereits nach acht Wochen wieder hin. Seit Oktober 2021 verantwortet diese Position nun Nicolai Stolzenberger.

Eine Veränderung wird es auch an der Führungsspitze des Klinikverbundes geben. Im vorigen Oktober gab auch Geschäftsführer Martin Loydl seine Kündigung bekannt. Die Stelle soll im Herbst neu besetzt werden. Loydl bleibt dem Klinikverbund erhalten, bis die Nachfolge geregelt ist. mis/red