Die Beschäftigten der Kliniken Schmieder sind in Gerlingen zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten in den Klinken Schmieder am Montag zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind die Standorte Heidelberg, Gerlingen sowie Allensbach, wo sich auch die Beschäftigten aus Konstanz und Gailingen beteiligen. Mit den Arbeitsniederlegungen will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber kurz vor der dritten Verhandlungsrunde erhöhen. Diese ist auf den 22. Januar terminiert.
„Die Beschäftigten haben in den vergangenen Wochen klar gezeigt, dass sie bereit sind, für ihre Forderungen einzustehen. Weil die Arbeitgeber trotz dieser unmissverständlichen Signale keine spürbare Erhöhung zu Beginn der Laufzeit anbieten, antworten wir jetzt mit Warnstreik“, so Verdi‑Verhandlungsführer Simon Wiese.
Verhandlungen mit Verdi laufen seit November
Seit November 2025 verhandelt Verdi mit den Kliniken Schmieder über eine Tarifsteigerung. Trotz deutlichem Entgegenkommen der Gewerkschaftsseite, unter anderem durch die Reduzierung der Forderung nach einem Festbetrag und Anpassungen bei Zuwendung und Urlaubsgeld, lehnten die Arbeitgeber weiterhin substanzielle Verbesserungen ab, teilt die Gewerkschaft mit. Stattdessen, so Verdi weiter, wollen sie die Beschäftigten bis Mai 2026 faktisch hinhalten und verweigerten Angebote zu zentralen Punkten wie beispielsweise Urlaubsgeld und Mobilitätszulage.
Man respektiere das Recht auf gewerkschaftliche Aktionen, betont Patrick Mickler, der Geschäftsführer und Verhandlungsführer der Kliniken Schmieder. „Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass Lösungen am Verhandlungstisch nachhaltiger sind, gerade da die Tarifrunden turnusgemäß wiederkehrende Übungen sind. Unser Angebot bleibt der konstruktive Dialog.“ Die Forderungen der Gewerkschaft würden berücksichtigt, lägen jedoch deutlich über dem Markt- und Inflationsniveau.
Aus Sicht der Kliniken Schmieder sei es jedoch entscheidend, die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ebenso in die Bewertung einzubeziehen wie die bereits erreichten und noch kommenden tariflichen Verbesserungen. „Unser Anspruch ist es, gute und marktgerechte Arbeitsbedingungen mit wirtschaftlicher Verantwortung zu verbinden“, erklärt Mickler. „Diese Linie hat sich über viele Jahre bewährt und ist der Grund dafür, dass wir heute solide aufgestellt sind – auch in einem zunehmend herausfordernden Umfeld.“
Arbeitgeber verweist auf die schon umgesetzten Verbesserungen
Das letzte Angebot der Arbeitgeber sah laut Verdi eine durchschnittliche Erhöhung von 0,74 Prozent ab Januar 2026 sowie 2,8 Prozent ab Mai 2026 vor. „Für die meisten Beschäftigten bedeutet das weniger als 30 Euro zu Beginn des Jahres.“
In den vergangenen Jahren seien auch die Kliniken Schmieder vor erheblichen Herausforderungen gestanden: die Folgen der Pandemie, stark gestiegene Kosten infolge hoher Inflation sowie eine zunehmend angespannte Finanzierungssituation im Gesundheitswesen. Kostenträger setzten verstärkt auf die Ausgabenbremse. „Unser Ziel ist es, faire und verlässliche Lösungen zu finden, die sowohl den Interessen unserer Mitarbeitenden als auch den realen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht werden“, sagt Mickler.
Die Kliniken Schmieder haben in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben deutliche Verbesserungen für ihre Beschäftigten umgesetzt. Ende 2023 seien die Tabellenentgelte für alle Berufsgruppen um mehr als elf Prozent erhöht worden. Im Jahr 2024 seien weitere Maßnahmen aus dem Haustarifvertrag gefolgt, darunter höhere Sonderzuwendungen, zusätzliche Urlaubstage für Schichtarbeit, Höhergruppierungen einzelner Berufsgruppen sowie ausgeweitete Qualifizierungsangebote. Weitere tarifliche Steigerungen seien bereits vereinbart worden und zum Jahresbeginn 2026 in Kraft getreten. ihre Beschäftigten investieren.