Klinikum Esslingen: Spenden werden gesammelt Medikamente für die Menschen in der Ukraine

Dima Rudyshyn (Nationalleiter Royal Rangers Ukraine, links) und Bundesleiter Peter Lehmann beladen den Transporter. Foto:  

Regelmäßig werden Arzneimittel und medizinische Produkte im Klinikum Esslingen gesammelt und in die Ukraine gebracht. Die Spenden reichen von einfachen Schmerzmitteln bis hin zu teuren Krebsmedikamenten.

Mit wenigen Handgriffen sind die Kisten in den Kleintransporter geladen. Die Royal Rangers, eine Pfadfinderorganisation, stellen zusammen mit Mitarbeitern des Klinikums Esslingen regelmäßig Transporte von Medikamenten und medizinischen Produkten für die Ukraine zusammen, die dort dringend benötigt werden. Die siebte Lieferung werde auf den Weg gebracht, sagte Peter Lehmann, der Bundesleiter der Royal Rangers, beim Beladen des Kleintransporters vergangene Woche.

 

Gesammelt werden die Medikamente im Esslinger Klinikum. „Wir wollten etwas machen, das ankommt“, erzählt Liebetraud Paprotta. Sie ist die Teamleiterin am ambulanten Therapiezentrum und gehört zu den Organisatoren der Hilfsaktion. Die Spendenartikel stammten sowohl aus überschüssigem Material aus dem Klinikalltag als auch von Patienten. Zuweilen dürften medizinische Produkte nicht weiterverwendet werden, sobald eine Packung angebrochen sei, berichtet Paprotta. Auch Tabletten seien manchmal übrig, wenn Patienten beispielsweise genesen seien oder eine Therapie umgestellt werde. Die Spenden reichten von einfachen Schmerzmitteln bis hin zu teuren Krebsmedikamenten. Auch spezielle Babynahrung, Windeln, Infusionssysteme oder Verbandsmaterial würden gespendet.

Medikamente für zivile Krankenhäuser in der Ukraine

„Hier wären die Medikamente im Müll gelandet“, erklärt Lehmann. Wichtig ist ihm, dass die Medikamente für zivile Krankenhäuser gespendet werden. Für den Transport und die Verteilung in der Ukraine greifen die Pfadfinder auf ihr Netzwerk zurück. Sie seien in 92 Ländern vertreten, berichtet Lehmann.

Dass die Spenden für die Ukraine in Esslingen gesammelt und verschickt werden, ist kein Zufall. Der Hauptsitz der Royal Rangers in Deutschland befindet sich in Winterbach (Rems-Murr-Kreis). Der Royal-Rangers-Nationalleiter der Ukraine, Dima Rudyshyn, kam zu Beginn des Ukrainekrieges nach Esslingen. Er erklärt auf Englisch, dass die durch den Krieg gestörten Lieferketten zuweilen zu Engpässen bei medizinischen Produkten in der Ukraine führten. Die Situation sei aber von Region zu Region unterschiedlich. Generell sei der Versorgung in größeren Städten besser als auf dem Land.

Die länderübergreifenden Kontakte der Royal Rangers helfen seit Beginn des Ukrainekrieges bei der Organisation der Medikamentenspenden. Der Transport werde sowohl von kommerziellen Logistikunternehmen als auch von ukrainischen Non-Profit-Organisationen übernommen, berichtet Rudyshyn. Derzeit würden sieben Kliniken in der Ukraine mit den Spenden aus Esslingen beliefert, ergänzt Lehmann. Zwei seien in Odessa, eine in Mykolajiw, drei in Dnipro und eine in Tscherkassy bei Kiew.

Persönlicher Dank an die Helfer

Anlässlich der wiederholten Spenden wurde jetzt eine Urkunde der ukrainischen Kliniken an Vertreter des Esslinger Klinikums übergeben. Neben dem offiziellen Dank erreichen die Helfer immer wieder persönliche Nachrichten aus der Ukraine, erzählt Liebetraud Paprotta. Besonders gerührt hat die Helfer ein handgeschriebener Brief einer jungen Frau, die an Brustkrebs erkrankt ist und sich für dringend benötigte Medikamente aus Esslingen bedankt.

Spenden Wer Medikamente oder Medizinprodukte wie Krücken spenden möchte, kann diese am Klinikum Esslingen abgeben. Spender sollen sich an der Pforte melden. Wichtig ist, dass die Produkte mindestens noch sechs Monate haltbar sind.

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