Klinikum Stuttgart Katharinenhof soll einem Neubau weichen

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Die aktuellen Pläne für den zweiten Gebäudekomplex des Klinikums Stuttgart in Mitte sehen Mehrkosten von 21 Millionen Euro vor.

 Foto: Steinert
Foto: Steinert

Stuttgart - Die Tage des Katharinenhofes im städtischen Klinikum sind gezählt. Nach den jüngsten Plänen für den zweiten großen Neubaukomplex am Standort Mitte soll der Eingangsbau mit seinem großen Lichthof nicht nur umgebaut, sondern völlig neu errichtet werden. Nach jetzigem Stand wird der zentrale Neubau an der Kriegsbergstraße circa 323 Millionen Euro kosten, 21 Millionen Euro mehr als bei der vorherigen Planungsvariante.

Hinter dem Katharinenhospital laufen die Arbeiten an der neuen Frauenklinik und dem neuen Kinderhospital Olgäle auf vollen Touren. Ende 2012 soll der Krankenhauskomplex, dessen Kosten derzeit mit 322 Millionen Euro veranschlagt sind, fertig sein. Unterdessen nimmt der zweite, ähnlich umfangreiche Abschnitt bei der Neustrukturierung des städtischen Klinikums Gestalt an. Entlang der Kriegsbergstraße sollen in den nächsten Jahren neue Gebäude für die Zentren für operative und für innere Medizin entstehen.

Bisheriges Raumkonzept wird verändert

Dazu wird, anders als ursprünglich vorgesehen, das sogenannte Kopfzentrum mit der Augenklinik sowie der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie kommen. Seit geraumer Zeit schon beschäftigen sich die Planer damit, wie die Funktionsbereiche der Kliniken untergebracht werden können.

Die jüngsten Überlegungen sehen nun einige Veränderungen vor, weil sich bei den Untersuchungen „eine Reihe von Problemen gezeigt haben“, sagt Klinikgeschäftsführer Ralf Michael Schmitz. So hätte man mit dem bisherigen Raumkonzept, das einen zusätzlichen großen, gläsernen Neubau neben dem Katharinenhof vorsieht und einen etwas kleineren Baukörper am Hegelplatz, die zulässige Traufhöhe überschritten und wäre damit „unter die Hochhausrichtlinie“ gefallen, so Schmitz. Bei den Plänen für den Katharinenhof selbst, der umgebaut werden und seine Funktion als Eingang verlieren sollte, hat sich gezeigt, dass man diesen bis auf das Skelett zurückbauen und bis in die Fundamente ertüchtigen muss.

Wenig erfreuliche Kostenschätzung

Angesichts dessen hat man sich entschlossen, den Katharinenhof ganz durch einen Neubau zu ersetzen, was erhebliche Vorteile für das Gesamtkonzept habe. Dadurch könne das Eckgebäude am Hegelplatz entfallen. Und die Wirtschaftlichkeit der Gebäude sei höher, die Kostenrisiken, die der Umbau des Katharinenhofes mit sich gebracht hätte, wären geringer.

Die erste Kostenschätzung für den zentralen Neubau inklusive Kopfzentrum war wenig erfreulich ausgefallen. Aus den 302 Millionen Euro, von denen man ursprünglich ausging, wurden 387 Millionen Euro. „Das wollten wir vermeiden“, sagt der Klinikgeschäftsführer. So hat man allerlei Ausgaben herausgerechnet, etwa Flächen über das Raumprogramm von 40.000 Quadratmeter hinaus (minus 25 Millionen Euro) oder Teile der Medizintechnik, die neu angeschafft werden sollte (minus 4,5 Millionen).

Eingang im Neubau

Der Abbruch des 1991 errichteten Katharinenhofes soll weitere zwölf Millionen Euro bringen. So ergeben sich Kosten von 323 Millionen Euro. Diese könnte man um weitere 38 Millionen Euro auf 285 Millionen Euro verringern, wenn man die Aufträge nicht in Einzelgewerken, sondern an einen Generalübernehmer vergibt, sagt der Klinikgeschäftsführer. CDU und SPD im Rat sind bis jetzt aber für die Einzelvergabe.

Die Mehrkosten, die entstehen, könnten durch die sogenannte Effizienzrendite, also die entstehenden wirtschaftlichen Vorteile, geschultert werden, sagt Ralf Michael Schmitz. Krankenhausbürgermeister Werner Wölfle (Grüne), betont, dass der Katharinenhof „auf jeden Fall vollgebaut worden wäre“, wohl wissend, dass dieser für die Bürger die Visitenkarte des Klinikums ist. Der zentrale Eingang soll künftig im Neubau nebenan liegen.

Mit der jetzigen Kostenschätzung nimmt die Gesamtsumme für die Umstrukturierung des Klinikums von 818 auf 839 Millionen Euro zu, Tendenz weiter steigend. Für den zentralen Neubau sind vorsorglich knapp 18 Millionen Euro für Preissteigerungen eingeplant worden. Ursprünglich sollte dieser 2016 abgeschlossen sein. Daraus wird nichts. „Vor 2019 wird der nicht fertig sein“, sagt Klinikgeschäftsführer Schmitz.

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