Der Krankenhaus-Zusammenschluss bindet sich bis 2030 an den Manager, der die Strukturen schon kräftig umgepflügt hat.

Leonberg: Thomas K. Slotwinski (slo)

Alexander Schmidtke kann beruhigt in den Wonnemonat Mai gehen: Der Aufsichtsrat des Klinikverbunds Südwest hat den Vertrag mit dem Geschäftsführer Alexander Schmidtke vorzeitig bis 2030 verlängert. Der bestehende Vertrag lief ursprünglich bis zum 30. November 2027. „Mit der frühzeitigen Verlängerung setzt das Gremium ein klares Signal für Kontinuität und Verlässlichkeit in einer Phase tiefgreifender struktureller Veränderungen im Gesundheitswesen“, erklären die Landräte der beiden Trägerlandkreise Böblingen und Calw, Roland Bernhard und Helmut Riegger.

 

Schmidtke, der zuvor in Bayern tätig war, hatte am 1. Dezember 2022 Martin Loydl als Chef des Krankenhausverbundes abgelöst und seither vor allem dafür gesorgt, dass das geplante Flugfeldklinikum in Böblingen Gestalt annimmt. Zugunsten der Großklinik, deren Kosten derzeit bei rund 800 Millionen Euro liegen, wurde unter seiner Regie die Krankenhausstruktur in den beiden Landkreisen gehörig verändert: Der Standort in Herrenberg verliert in diesen Tagen seinen Krankenhaus-Status. In Leonberg wurde vor vier Wochen die seit Jahrzehnten bestehende Geburtshilfe dicht gemacht.

Leonberger Geburtshilfe ist dicht

Parallel dazu wurde ein, wie es heißt, „umfassendes Ergebnisverbesserungsprogramm zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage initiiert“. Der Klinikverbund nennt Einsparungen von 40 Millionen Euro auf operativer Ebene. Gleichzeitig sei das Defizit von über 60 Millionen auf unter 50 Millionen Euro gesunken. Bis Ende 2023 hatten die beiden Landkreise jeweils eine eigenständige Klinikgesellschaft, was immer wieder zu unterschiedlichen Interessenlagen und Abstimmungsschwierigkeiten geführt hatte. Unter Schmidtkes Führung wurden die beiden zu einer Gesellschaft mit einem gemeinsamen Aufsichtsrat fusioniert.

KI und Robotik sollen Mitarbeiter entlasten

„Die Zusammenführung in eine gemeinsame Gesellschaft schafft schlankere Strukturen und ermöglicht erhebliche Effizienzgewinne“, lobt Landrat Bernhard. „Alexander Schmidtke ist für uns der richtige Mann in diesen Zeiten.“ Der Geschäftsführer betonte, dass der Verbund nun „vollständig digital mit klar am Patienten ausgerichteten und wirtschaftlich tragfähigen Prozessen“ aufgestellt sei. „ Durch den gezielten Einsatz von KI und Robotik wollen wir unsere Mitarbeitenden spürbar entlasten und die Versorgung in der Region nachhaltig stärken“, erklärt Alexander Schmidtke.