Knochen von ausgestorbenem Riesenfaultier gefunden Faulenzer der Urzeit

Kampf ums Überleben: So stellte sich der Maler Charles Knight 1921 das Leben des Paramylodons im Pleistozän vor. Foto: Wikipedia commons 6 Bilder
Kampf ums Überleben: So stellte sich der Maler Charles Knight 1921 das Leben des Paramylodons im Pleistozän vor. Foto: Wikipedia commons

Tunnelarbeiter haben in Los Angeles Überreste eines ausgestorbenen Riesenfaultiers gefunden. Die urzeitlichen Riesen lebten bis rund 11 000 Jahren in der Region um Los Angeles.

Leben: Markus Brauer (mb)
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Los Angeles - Bauarbeiter haben in den USA bei Grabungen für einen Zugtunnel Überreste eines Riesenfaultiers gefunden, das vor mehreren Tausenden Jahren in der Region um Los Angeles lebte. Der Hüftknochen des Paramylodons sei Mitte Mai in einer Schicht mit sandigem Ton gefunden worden, teilte die Transportbehörde von Los Angeles mit. Der Knochen sei rund fünf Meter unter einer Straße entdeckt worden, wo für den Tunnel gegraben wurde.

Drei Meter lang, 680 Kilo schwer

Die Riesenfaultiere lebten vor rund 11 000 Jahren in dem Becken um Los Angeles. Die Säugetiere konnten bis zu drei Metern lang und rund 680 Kilo schwer werden. Die Bauarbeiter fanden auch einen Knochen eines ausgestorbenen Bisons. Bei Tunnelprojekten in der Region wurden bereits andere Entdeckungen gemacht: Bison- und Kamelknochen, Zähne eines ausgestorbenen Rüsseltiers und Fragmente von Stoßzähnen wurden dort schon ausgegraben.

Die letzten Riesenfaultiere verschwanden am Ende des Erdzeitalters des Pleistozän (das vor 2,58 Millionen Jahren begann und um 9600 v. Chr. endete). Für das Ende ihres paradiesischen Lebens war nicht nur ein einschneidender Klimawandel verantwortlich, sondern auch der Mensch.

Rottete der Mensch die Riesenfaultiere aus?

Um rund 11 000 v. Chr. besiedelten Paläoindianer den Kontinent am Ende der letzten Kaltzeit. Diese Kälteperiode wird in Nordamerika als „Wisconsin glaciation“ bezeichnet. Wie genau diese Besiedlung stattfand, ist bis heute umstritten. Einer Hypothese zufolge erreichten die ersten Menschen den Kontinent über eine damals noch existierende Landbrücke in der Beringsee zwischen Sibirien und Alaska.

Das Paramylodon ist eine ausgestorbene Gattung der Faultiere und gehört zur Familie der Mylodontidae. Er hatte die Größe eines Stieres. Andere Unterarten der Riesenfaultiere konnten ein Gewicht von mehreren Tonnen und sechs Metern Länge erreichen.

Riesenfaultiere in Los Angeles

Anders als die heutigen Vertreter der Spezies war das Paramylodon ein bodenlebendes Faultier. Zahlreiche Fossilienfunde belegen, dass sie in der Spätphase des Pleistozäns in Nordamerika sehr häufig waren. Sie lebten vor allem im Süden der heutigen USA.

Einen wichtiger Fundplatz für die urzeitlichen Tiere sind die Asphaltgruben von Rancho La Brea, eine Ansammlung von mit natürlichem Asphalt (ein schwarzes, zähes Gemisch, das geologisch aus entwässerten organischen Substanzen entstanden ist) gefüllten Gruben im Hancock Park mitten in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien).




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