Koalition plant Belohnung für Engagierte Ein „amtlicher Dank“ fürs Ehrenamt
Die neue grün-schwarze Landesregierung will mit einer Rabattkarte den Engagierten im Land danken.
Die neue grün-schwarze Landesregierung will mit einer Rabattkarte den Engagierten im Land danken.
Stuttgart - Die Landesregierung, ganz vorne Ministerpräsident Winfried Kretschmann, spricht viel vom gesellschaftlichen Zusammenhalt. Für diejenigen, die sich besonders fürs Gemeinwohl einsetzen, wollen Grüne und Christdemokraten jetzt etwas tun. Allen Sparzwängen zum Trotz. Es ist „ein kleiner amtlicher Dank“, wie es der Grünen-Landesvorsitzende Oliver Hildenbrand formuliert. Mit einer Ehrenamtskarte wolle die grün-schwarze Koalition den „Engagierten „Anerkennung und Wertschätzung“ entgegenbringen, sagte Hildenbrand unserer Zeitung.
Ganz neu ist die Idee nicht. In den Nachbarländern Rheinland-Pfalz und Bayern gibt es die Karte bereits. Auch in Nordrhein-Westfalen können Ehrenamtliche mit der Karte Preisnachlässe zum Beispiel für Museen, Kinos oder Theater erhalten. Auch Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder sind dabei. Oder Volkshochschulen, die verbilligt Kurse anbieten. Allerdings ist die Regelung dort so gefasst, dass sie die Empfänger von pauschalen Aufwandsentschädigungen ausschließt. Auch müssen die Kommunen als Träger etwa von Schwimmbädern oder Museen mitmachen. Das ist Voraussetzung. In den Genuss der Karte kommt, wer sich mindestens fünf Stunden wöchentlich oder 250 Stunden im Jahr fürs Gemeinwohl engagiert. Auch die Bayern halten es so. Genannt werden dort ebenso Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, aktive Bundeswehrreservisten oder Engagierte, die einen Freiwilligendienst ableisten: FSJ, FÖJ oder BFD.
Wie die Karte in Baden-Württemberg ausgestaltet wird, ist noch nicht beschlossen. Der Aufwand für die Landeskasse wird aus Verhandlungskreisen auf etwa zehn Millionen Euro taxiert. Das wäre trotz der angespannten Kassenlage verkraftbar. Die grün-schwarzen Koalitionäre befinden sich erstmals in einer Situation, in der sie nicht mehr aus dem Vollen schöpfen können, sondern Mehrausgaben mit Einsparungen an anderer Stelle ausgleichen müssen. Dennoch soll die neue Karte, so der Grünen-Politiker Hildenbrand, „den Ehrenamtlichen einen praktischen Nutzen bieten und ihnen ein paar wohlverdiente schöne Stunden ermöglichen – beispielsweise beim kostenfreien Besuch von Kultureinrichtungen.“