Koch-Olympiade in Stuttgart Die Weltelite zu Gast zum Kochwettstreit

Von Michael Weier 

Eine Stadt schaut in die Töpfe! Während der Fachmesse Intergastra findet in Stuttgart die Olympiade der Köche statt. Hunderte Köche aus 42 Ländern brutzeln um die Gunst der Jury, ganz normale Genießer können sich dafür Karten kaufen. Noch gibt’s welche.

Vorfreude unter den Köchen bei der Auslosung vor einem Jahr im Neuen Schloss in Stuttgart Foto: Lichtgut//Leif Piechowski
Vorfreude unter den Köchen bei der Auslosung vor einem Jahr im Neuen Schloss in Stuttgart Foto: Lichtgut//Leif Piechowski

Stuttgart - Die Intergastra gilt als Mekka für Genussmenschen, ein Rundgang auf der Messe zeigt, wohin die Fahrt in der Gastronomie geht. Trends und Entwicklungen zeigen sich hier am besten. Vom Werkzeug bis zu den Convenience-Produkten, die immer mehr an Bedeutung gewinnen, gibt’s auf der Messe alles zu sehen. Besonderheit in diesem Jahr: Während die Messe läuft, streiten sich die Nationalmannschaften von über 40 Ländern bei der sogenannten Olympiade der Köche um den Titel. „Das ist eine absolute Auszeichnung für Stuttgart“, sagt zum Beispiel Jörg Ilzhöfer, Chef der Kochschule am Marktplatz. Seine Einschätzung dieser Veranstaltung entspricht einem absoluten Superlative: „Da kommt die absolute Weltelite nach Stuttgart, da ist das geballte Fachwissen in der Stadt!“

Olympiade der Köche

Was da von Samstag, 15. Februar, bis Dienstag, 18. Februar, auf der Landesmesse läuft, nennt der Veranstalter ganz bescheiden: Die weltweit größte internationale Kochausstellung. Über 120 Nationalmannschaften der Köche, Jugend-Nationalmannschaften oder Military-Teams aus über 40 Nationen treten gegeneinander an und kochen Menüs um die Gunst der Jury. Deutschland ist vertreten, Mexiko, Wales, Südkorea, Zypern, Norwegen zum Beispiel und England kocht trotz Brexit mit. Das besondere für die Besucher: Sie können selbst ein Teil der Veranstaltung werden und die Menüs probieren!

Karten für die Menüs

Für Genießer bestehen mehrere Möglichkeiten, die Speisen zu probieren. Erstens gibt’s das Restaurant of Nations, dort servieren die Nationalmannschaften an vier Abenden (19 bis 22 Uhr) ein Drei-Gang-Menü, dafür kann man sich Karten für 89 Euro kaufen. Insgesamt muss jede Nationalmannschaft allein 110 Menüs auf die Tische bringen, was natürlich eine große Herausforderung ist. Acht Teams sind an jedem Abend im Einsatz, wodurch die Messe „zum größten Restaurant der Stadt mutiert“, wie das Axel Recht, Pressesprecher der Messe formuliert.

Die Varianten

Für Besucher bieten sich nicht nur die Chance, ein Menü am Abend zu essen. Die Military-Teams sind am Start, und dort „gibt’s garantiert nicht nur Essen aus der Gulaschkanone“, sagt Axel Recht. Bei den Nachwuchs-Köchen war ein Drei-Gang-Menü über den Mittag im Angebot, das ist aber schon komplett ausgebucht. Und wer gar keinen Hunger hat: Ein Wettbewerb widmet sich dem Künstlerischen. Köche erschaffen hier aus Lebensmitteln wahre Kunstwerke, die dann nicht vernascht werden, sondern einfach nur durch ihre Optik beeindrucken.

Die Karten

Die Messe Intergastra nebenan ist ja eine Fachmesse, für die nur Fachpublikum eine Karte erwerben kann, hier braucht es einen Bezug zur Gastronomie. Für die Olympiade der Köche gibt’s hingegen noch Tickets für jeden. „Wir sind mit dem Vorverkauf sehr zufrieden“, sagt Axel Recht, „aber es gibt noch Tickets. Bei den Menüs und beim IKA-Büffet am Abend sowie beim Wettbewerb der Military-Teams gibt’s noch Karten. Das Angebot findet sich auf der Homepage der Veranstaltung.

Wenige Absagen

Das Coronavirus sorgte auch bei der Olympiade der Köche für Ausfälle. Die chinesische Mannschaft ist allerdings gesund am Start, ebenso die Teams aus Japan und Hongkong. Fehlen wird allerdings die Mannschaft aus Macau, ebenso das Seniorenteam der Vereinigten Arabischen Emirate, die nur ihre Junioren schicken. Die Größe der Teams ist sehr unterschiedlich, manche bringen mehr, manche weniger Fans mit. Teilweise werden die Koch-Teams von mehreren Dutzend Schlachtenbummlern unterstützt. Die Veranstalter schätzen grob, dass einige hundert Menschen nach Stuttgart kommen, um ihre Teams zu unterstützen.

Der soziale Aspekt

Ein Team fällt komplett aus der Reihe: Chris Sandford, schottischer Koch und Manager der irischen Köche-Nationalmannschaft, hat eine besondere Mannschaft ins Leben gerufen. Er möchte einerseits über das Kochen das gesellschaftliche Bewusstsein für Menschen mit Beeinträchtigungen fördern und ihnen auf der anderen Seite dadurch berufliche Zukunftsaussichten in der Gastronomie eröffnen. Mit seinem Team nehmen erstmals Menschen mit Beeinträchtigungen an einer Olympiade der Köche teil.

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