Koch-Show im Freilichtmuseum Beuren Wo Ur-Rübe und Geißhirtle zu neuen Ehren kommen

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Der Fernsehkoch Eberhard Braun bereitet im Freilichtmuseum Beuren zur Eröffnung des Gartensaals Gerichte mit alten Sorten zu. Er zeigt dem Publikum, wie wertvoll das vergessene Obst und Gemüse für den Speiseplan ist.

In der neuen Schauküche im Gartensaal des Freilichtmuseums Beuren  lässt sich   Eberhard Braun (rechts) von den Besuchern in Töpfe und Pfannen schauen. Foto: Horst Rudel
In der neuen Schauküche im Gartensaal des Freilichtmuseums Beuren lässt sich Eberhard Braun (rechts) von den Besuchern in Töpfe und Pfannen schauen. Foto: Horst Rudel

Beuren - Ofenfrische Filderkraut-Krustini, Urkorn-Risotto mit Gemüseraritäten und Bergkäse, exotisches Gemüse-Alblinsen-Couscous mit Kürbiscreme und Kräutern – das klingt schon beim Lesen verlockend. Am Samstag konnte man diese und andere Köstlichkeiten im Beurener Freilichtmuseum auch mit dem Gaumen genießen. Gereicht wurden sie in dem neu eröffneten Gartensaal des Museumsdorfes. Eberhard Braun, der Show-Koch der Landes-Aktion „Schmeck den Süden“, bereitete die Gerichte vor dem Publikum zu, ließ sich in die Töpfe und Pfannen schauen, gab Tipps und reichte seinen Gästen schließlich die Teller mit den auch fürs Auge ansprechend dekorierten Gerichten.

Ein Hoch auf die Ur-Rübe

Die Kochshow war – um im Bild zu bleiben – so recht nach dem Geschmack von Annika Schröpfer. Sie hat für das Freilichtmuseum nicht nur die Ausstellung zur Geschichte des Gartensaals des ehemaligen traditionsreichen Geislinger Restaurants „Wilhelmshöhe“ mitkonzipiert. Sie ist auch die Projektleiterin des in dem Gebäude eingerichteten Erlebnis-Genuss-Zentrums, das sich mit regionalen alten und vergessenen Obst- und Gemüsesorten befasst. Dort kommen Ermstäler Knorpelkirschen, die Zwiebel Stuttgarter Riese, die Langenauer Stangenbohne, der Winterrettich Schwarzer Runder, die Birne Stuttgarter Geißhirtle oder der Schwäbische Dickkopfweizen zu neuen Ehren. Um sie wieder in das Bewusstsein der Menschen zu rücken, reiche die Ausstellung alleine aber nicht, sagt Schröpfer. „Man muss es auch schmecken und riechen“, erklärte sie am Samstag und machte damit die Aufgabe von Eberhard Braun deutlich.

Der Koch arbeitet eng mit der Staatsschule für Gartenbau in Stuttgart-Hohenheim zusammen, die unter anderem alte Gemüsesorten kultiviert. Und so schwärmt er beispielsweise vom „erdigen, sehr herzhaften Geschmack“ der elfenbeinfarbenen Ur-Rübe. Diese sei ein regelrechtes „Kraftwerk“, von ihr „wurden die Leute noch satt“.

Himbeersalz und Senfkaviar

Eberhard Braun nimmt man es ab, wenn er beteuert, man könne mit den alten heimischen Sorten „unglaubliche Sachen kochen“, die auch den Ansprüchen der „gehobenen Küche“ genügten. Die alten Sorten vertrügen sich sehr gut auch mit aktuellen Trends, „wenn man die Zutaten richtig zubereitet“.

Davon konnten sich die Gäste in der nagelneuen Schau- und Lehrküche wahrlich überzeugen. Und sie lernten vom Fachmann zudem, wie man Himbeersalz oder Senfkaviar herstellt, und dass es dem Geschmacksnerv zuträglich ist, mit heimischer Butter zu kochen. Da darf es laut Eberhard Braun gerne auch mal eine „Horst-Lichter-Portion“ sein – sprach’s und beförderte seinem prominenten Koch-Kollegen zu Ehren ein zusätzliches Stück Butter in die Pfanne.




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