Kochboxen von Stuttgarts Gastronomen Das Valentinsmenü mit Liebe gekocht und to go

Ein Bild aus besseren Zeiten: Günther Oberkamm (links) mit seiner Frau Sabine und Küchenchef Tobias Traub im Augustenstüble, in dem es dieses Jahr wie in vielen anderen Restaurants das Valentinsmenü nur zum Abholen  gibt. Foto: Lichtgut//Julian Rettig
Ein Bild aus besseren Zeiten: Günther Oberkamm (links) mit seiner Frau Sabine und Küchenchef Tobias Traub im Augustenstüble, in dem es dieses Jahr wie in vielen anderen Restaurants das Valentinsmenü nur zum Abholen gibt. Foto: Lichtgut//Julian Rettig

Der 14. Februar ist der Tag der Liebenden. Einige von Stuttgarts Gastronomen im Lockdown haben sich darauf eingestellt und bieten zum Valentinstag schöne Menüs zum Abholen für daheim an.

Lokales: Matthias Ring (mri)

Stuttgart - Früher mochte man den Valentinstag als Geschäftemacherei von Floristen, Confiserien und Gastronomen abtun. In Krisenzeiten aber kann man ihn einfach auch als Möglichkeit sehen, den unterm Lockdown Leidenden zu ein bisschen Umsatz zu verhelfen – und es sich trotz allem zu Hause richtig schön zu machen. Für Gastgeber ist der Tag der Liebenden normalerweise ein Großkampftag. Wer je am Valentinstag versucht hat, spontan einen Tisch in einem als romantisch geltenden Restaurant zu bekommen, der kann nicht nur ein Lied, sondern einen ganzen Liederabend davon singen, wie schwierig das ist.

Viele Gourmetmenüs stehen zur Wahl

Dieses Jahr aber ist alles anders. Und Gelegenheiten auszuprobieren, was die Gastronomie im Lockdown mit Kochboxen so alles zu leisten vermag, hat es schon an besonderen Tagen des vergangenen Jahres zur Genüge gegeben: an Ostern, an Weihnachten, an Silvester. Auch am Valentinstag sind viele Restaurants wieder am Start mit liebevoll zusammengestellten Menüs, die zu Hause mit wenig Aufwand schön angerichtet werden können.

Darunter sind einige der besten: Mit Michelin-Stern etwa das Gourmetrestaurant 5 und der Zauberlehrling, knapp unterm Stern zum Beispiel Zur Weinsteige, das Fässle und Schweizers Restaurant. Die Menüs der genannten Locations mit bis zu fünf Gängen liegen preislich zwischen 43 und 85 Euro pro Person – und sind immer günstiger als im regulären Restaurantbetrieb. Bei der Weinstube am Stadtgraben gibt es ein Drei-Gänge-Menü für 42 Euro (alternativ auch vegan), in Krehls Linde drei bis fünf Gänge für 45 bis 65 Euro. Auch das Augustenstüble zeigt weiterhin Präsenz und bietet neben seinem routinierten To-go-Programm ein Drei-Gänge-Menü für 38 Euro an.

Es gibt auch kleine Extras

„Das ist jetzt wichtiger denn je“, sagt der Inhaber Günther Oberkamm, der sich zum Valentinstag vor drei Jahren mit seiner Frau Sabine und Küchenchef Tobias Traub für eine Valentinstaggeschichte unserer Zeitung als Fotomodell zur Verfügung gestellt hat. Einige Restaurants offerieren Pakete mit kleinen Extras wie das Amadeus mit seiner Valentins-Twingle-Box, zu der neben Sekt auch ein Tischset mit Rosenblättern, Kerze und Co. gehören (drei Gänge 45 Euro pro Person, vegetarisch 37,50 Euro). Ein veganes Valentinsmenü gibt es bei Körle und Adam in Feuerbach, für 29,50 Euro kann man sich am Sonntag drei Gänge mit einem Walnuss-Buchweizen-Küchle als Hauptgang abholen.

Die Schmücker Gastronomie bietet Candle-Light-Boxen zwischen 65 und 95 Euro pro Pärchen an, in denen eine Flasche Sekt und in der Vier-Gänge-Version obendrein eine Flasche Wein enthalten ist. Für den Chef Michael Schmücker ist die Aktion zum Valentinstag eine gute Gelegenheit, die Mitarbeiter „bei Flamme zu halten“. Er sagt, man feiere jede Bestellung, denn sein Gastrounternehmen leidet besonders unter der Pandemie, ist es doch auf Veranstaltungen spezialisiert und zum Beispiel auch für die Versorgung im Friedrichsbau Varieté und bei den Stuttgarter Kickers zuständig, wo seit Monaten indessen kein Spielbetrieb ist.

Damen ergreifen die Initiative

Und noch etwas sagt Schmücker: Wie es scheint, ergreifen in weiser Voraussicht oft die Damen die Initiative – anstatt es darauf ankommen zu lassen, dass den Herren am Abend vorm Valentinstag zu spät ein Licht aufgeht. Denn grundsätzlich gilt für die meisten Bestellungen: Ein paar Tage Vorlauf für ihre Planung brauchen die Gastronomen schon. Im Casa del Consumo im Heusteigviertel steht normalerweise das gemeinsame Genießen im Mittelpunkt. Aber es gibt die italienischen Spezialitäten auch für zu Hause, zum Valentinstag „Köstlichkeiten aus der Stadt, in der Romeo und Julia gelebt“ haben. „Amore Veronese“ heißt die Kochbox für zwei (45 Euro), zu der auch eine Flasche Wein gehört.

Per Zoom in der Küche dabei

Und apropos: Im Restaurant Steinhalde in Bad Cannstatt kann man zu den drei Gängen (48 Euro pro Person, vegetarisch 42 Euro) für 50 Euro hochwertige Weine oder eine alkoholfreie Begleitung (39 Euro) bestellen. Wer möchte, ist sogar via Zoom live in der Küche dabei, wo Matthias Kasprzyk etwas über die Gerichte und Marco Talarico von Daniels Weine in Winterbach zu den Weinen erzählt. Denn bei aller Liebe: Es soll auch Paare geben, die ein bisschen zusätzliche Unterhaltung dankbar annehmen.




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