Kochertalbrücke wird saniert Täglich 60 000 Fahrzeuge haben Spuren hinterlassen

Auf hohen Pfeilern erstreckt sich die Autobahnbrücke an der A 6 übers Kochertal. Foto: dpa
Auf hohen Pfeilern erstreckt sich die Autobahnbrücke an der A 6 übers Kochertal. Foto: dpa

Der Verkehr hat der höchsten Talbrücke Deutschlands zugesetzt. Nun wird die Kochertalbrücke an der A 6 zwischen Heilbronn und Nürnberg saniert. Die Bauarbeiten sollen bis zum Herbst 2015 dauern.

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Geislingen am Kocher - Autofahrer, die auf der Autobahn 6 zwischen Heilbronn und Nürnberg unterwegs sind, müssen jetzt noch mehr Zeit einplanen: Von Dienstag an wird die Kochertalbrücke bei Geislingen am Kocher saniert. 14,5 Millionen Euro investiert der Bund in die Instandsetzung der bis heute höchsten Talbrücke Deutschlands. Im Herbst 2015 sollen die Arbeiten an dem 1128 Meter langen und 187 Meter hohen Bauwerk abgeschlossen sein. Während der 30 Monate Bauzeit werden die vorhandenen Fahrstreifen in beiden Fahrtrichtungen eingeengt, und es gilt ein Tempolimit von 80 beziehungsweise 60.

Die Gründe für den schlechten Zustand des 1979 dem Verkehr übergebenen Bauwerks sind bekannt. Seit dem Mauerfall im Jahr 1989 und der Öffnung der Ostblock-Staaten hat sich die A 6 zu einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen entwickelt. Der Verkehr verdreifachte sich, der Schwerverkehr nahm sogar um das Vierfache zu. Durch die wichtigste Verkehrsader Hohenlohes fließen mittlerweile rund 60 000 Fahrzeuge täglich. Bis 2025 soll der Anteil des Schwerverkehrs zwischen Bretzfeld und der Landesgrenze sogar auf 42 Prozent zulegen.

2012 hat die Polizei auf dem Abschnitt 126 Staus gezählt

Die Folgen: Auf dem 56 Kilometer langen Abschnitt zählte die Autobahnpolizei im Vorjahr 126 Staus, die Blechschlange war insgesamt 671 Kilometer lang. In diesem Zeitraum ereigneten sich 564 Unfälle, an mehr als der Hälfte der Unfälle waren Lastwagen beteiligt. Erst im Februar kam es zu einem Massenunfall, in den 33 Fahrzeuge verwickelt waren. Zwei Menschen starben, 23 wurden zum Teil schwer verletzt. Ursache war vermutlich der explodierte Turbolader eines Lastwagens, der auf der stark befahrenen Autobahn eine Kettenreaktion ausgelöst hatte.

Bei der Sanierung der Kochertalbrücke handle es sich „nicht nur um eine notwendige, sondern auch um eine sinnvolle Investition“, betont der Regierungspräsident Johannes Schmalzl. Die Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur gerade auch der Autobahnen sei schließlich „eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben.“ Mit der Instandsetzung sei die Kochertalbrücke zugleich in die mit Hochdruck laufende Planung für den dreispurigen Ausbau der A 6 integriert. Dass der kommen muss, darüber besteht Einigkeit. Die Finanzierung der Baukosten von geschätzt 750 Millionen Euro freilich ist offen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten macht sich für ein so genanntes Modell öffentlich-privater Partnerschaft stark, das einen Investor nach dem Bau an den Mauteinnahmen beteiligt.

Der dreispurige Ausbau der A 6 soll auch geplant werden

Der Zeitplan des Regierungspräsidiums sieht vor, dass bis Ende 2014 die Voruntersuchungen für den Abschnitt von Kupferzell bis zur Landesgrenze beendet sein werden. Dann folgt eine Bürgerbeteiligung, wie sie für den Abschnitt von Weinsberg bis Kupferzell bereits abgeschlossen ist. Die Genehmigungsplanung soll 2016 und 2017 erfolgen. Bereits 2015 dürfen sich die Bewohner der unter der Kochertalbrücke gelegenen Ortschaften Geislingen und Braunsbach freuen. Die neuen Schwellen zwischen Brücke und Autobahn sind lärmmindernd konzipiert. Die von der Brücke ausgehende Ruhestörung werde sich deutlich vermindern, stellt Regierungspräsident Schmalzl in Aussicht.

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