Köchin in Echterdingen Ihre Geheimzutat: hausgemacht

Von Jacqueline Fritsch 

Die Möhringerin Elisabeth Rauch ist seit 20 Jahren Küchenchefin im Echterdinger Restaurant Ratsstuben. Hier verrät sie, was sie selbst besonders gern isst – und was sie in ihrer Mittagspause macht.

Elisabeth Rauch kocht für ihr Leben gern. Foto: Jacqueline Fritsch
Elisabeth Rauch kocht für ihr Leben gern. Foto: Jacqueline Fritsch

Echterdingen/Möhringen - Vorsichtig streicht Elisabeth Rauch die orangefarbene Masse auf den lang ausgerollten Nudelteig. Kürbis, Gewürz, Eier, Paniermehl – mehr kommt in die Füllung ihrer Kürbismaultaschen nicht. „Welcher Koch macht heutzutage seine Maultaschen noch selbst?“, fragt sie, rollt den Teig auf und schneidet ihn in gleich große Stücke.

Üblich sei es nicht, dass in Restaurants so viel von Hand gemacht werde wie in Rauchs Küche. Seit 20 Jahren ist sie die Chefin aller Töpfe und Pfannen im Restaurant Ratsstuben in Echterdingen. „Man muss das schon lieben“, sagt sie und verweist auf die Arbeitszeiten am Abend und Wochenende und auf die Temperaturen in der Küche, die im Sommer schon mal auf 55 Grad steigen können. Elisabeth Rauch stört das nicht. „Mir macht es einfach nur Spaß“, sagt die 59-Jährige.

Selbst an ihren freien Tagen kocht sie gern

Morgens um 10 Uhr brodelt und brutzelt es schon auf sechs Herdplatten: Grillgemüse, Soßen, Spätzle. Die werden bei Elisabeth Rauch noch von Hand geschabt, darauf ist die Küchenchefin stolz. Ihre Gerichte unterliegen einem Motto: bodenständig kochen. Lieber einfache Mahlzeiten, die von den Gästen gut nachgefragt werden, als ausgefallene Experimente.

Das passt zu Elisabeth Rauch. Bodenständig könnte man auch sie nennen, eine einfache Frau, die selbst an ihren freien Tagen noch gerne kocht – am liebsten vegetarisch und natürlich: einfach. „Ich bin ein kleiner Salat-Junkie, das gehört für mich einfach dazu“, sagt sie. Was sie nicht so gerne isst, sind Kutteln. „Die werden hier aber sehr nachgefragt, deshalb koche ich das eben auch“, sagt sie.

Ursprünglich hat Elisabeth Rauch eine Ausbildung zur Hotelfachfrau gemacht. Das sei aber nicht ihr Ding gewesen. „Zu der Ausbildung gehört, dass man drei Monate in der Küche arbeitet, und da wusste ich, das ist es“, erzählt die Möhringerin. 1996 kam sie wegen der Arbeit ihres Mannes nach Stuttgart und war in Plieningen in einer Küche tätig, bis sie vor 20 Jahren nach Echterdingen wechselte. Dort sei sie bis heute glücklich. „Ich habe mich hier verwirklichen können“, sagt Rauch.

Bodenständigkeit in der Küche und im Leben

Den ganzen Tag zwischen leckerem Essen zu stehen, würden sich viele von außen toll vorstellen, meint Elisabeth Rauch. Man denke, Köche könnten immer essen, worauf sie gerade Lust haben. „Irgendwann kann man es aber nicht mehr sehen, wenn man den ganzen Tag mit dem Essen zu tun hat“, sagt sie und lacht.

Wenn sie bei der Arbeit kurz mal Zeit hat, isst sie eine Kartoffel oder irgendetwas Kleines für Zwischendurch – kein Schlemmermenü. „Deshalb ist es mir zu Hause wichtig, mich zum Essen hinzusetzen“, sagt Rauch, „denn hier läuft das immer nur nebenher“. Morgens arbeitet sie etwa von 9 bis 14 Uhr und abends wieder von 17.30 bis 23 Uhr. Die Mittagspause nutzt Rauch in der Regel für ein Schläfchen, viel Zeit für anderes bleibe ihr nicht. „Deshalb bin ich auch immer mit dem Auto unterwegs“, sagt sie. „Wenn ich viermal am Tag von Möhringen mit den Öffentlichen fahren würde, wäre das jedes Mal eine dreiviertel Stunde.“

Im kommenden Jahr feiert Elisabeth Rauch ihren 60. Geburtstag. Da Bodenständigkeit in ihrer Küche und in ihrem Leben im Mittelpunkt steht, wird es kein großes Fest geben. Kochen wird sie für ihre Gäste nicht. Stattdessen plant sie mit ihren vier engsten Bekannten ein ruhiges Wellness-Wochenende und freut sich darauf, selbst wieder einmal essen zu gehen.

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