König-Wilhelm-Platz in Marbach Gastronomie nach Umbau gewünscht

Mehr Grün, mehr Platz für Fußgänger und Radler: so könnte der König-Wilhelm-Platz einmal ausschauen. Foto: Lebendige Ortsmitten für BW

Der König-Wilhelm-Platz am Rande der Altstadt von Marbach am Neckar soll umgestaltet werden. Die Bürger können Wünsche dazu einbringen – die in teils konträre Richtungen gehen.

Einen klitzekleinen Vorgeschmack darauf, wie der König-Wilhelm-Platz in naher Zukunft einmal ausschauen könnte, bekommen die Bürger seit dem 30. April und noch bis zum 18. Juli. In diesem Zeitraum fallen versuchsweise ein Teil der Parkplätze weg. Außerdem wurde das Areal vor der Volksbank mit mobilen Sitzgelegenheiten und Pflanzen bestückt, es soll so zum Verweilen einladen. All das geschieht im Hinblick darauf, dass das Gelände bis hinüber zur Bäckerei Keim auf Sicht dauerhaft zu einem Platz mit Aufenthaltsqualität herausgeputzt werden soll. Die Flächen dafür will man dem Verkehrsraum abknapsen.

 

Bürger sind gefragt

Wie man sich denken kann, ist das ein Ansatz, der Aufregerpotenzial bietet. Das unterstreichen auch kritische Reaktionen in den sozialen Netzwerken. Es ist insofern ein kluger Schachzug, dass die Stadt die Marbacher bei dem Projekt mit ins Boot holt. Die Bürger können Vorschläge für die Gestaltung des Geländes unterbreiten. Überdies fand am Montag eine Infoveranstaltung statt, die rund 40 Teilnehmer anlockte.

Angesichts der Wortbeiträge und unter Berücksichtigung der bis dato mehr als 200 im Rathaus eingegangenen Stellungnahmen lässt sich als grobes Zwischenfazit ziehen, dass die Bürger sich vor allem um den dauerhaften Wegfall von Parkmöglichkeiten sorgen, es zum anderen aber durchaus schätzen würden, wenn der König-Wilhelm-Platz als Scharnier zwischen Bahnhof, Altstadt und Schillerhöhe attraktiver für Fußgänger und Radfahrer wäre.

Wegfallende Parkplätze werden ersetzt

Die meisten der bisherigen Teilnehmer an einer Bürgerumfrage nähmen den König-Wilhelm-Platz als Ort wahr, an dem man sein Auto abstellen kann, erklärte der Marbacher Stadtplaner Janus Baldermann. Doch die Angst um den Verlust des Parkplatzangebots sei eigentlich unbegründet, betonte er. Der Wegfall werde dadurch kompensiert, dass in dem anvisierten Neubau der Volksbank an selber Stelle eine Tiefgarage mit zehn öffentlichen Plätzen angedacht sei. Vor dem geplanten Anwesen mit neuer Filiale, 25 Wohnungen und einem Gastronomie-Betrieb sollen in der Uhlandstraße weitere fünf Stellflächen für Kurzparker erhalten bleiben, beteuerte Baldermann.

Der Stadtplaner hob außerdem hervor, dass bei der Umfrage am zweithäufigsten der Wunsch geäußert wurde, am König-Wilhelm-Platz einen Ort zum Verweilen zu schaffen, flankiert von einem Bistro oder Café mit Außenbewirtung. „Die Auswertung hat ergeben: Wenn hier auf dem Platz etwas neu gestaltet wird, dann soll es mit einem gastronomischen Angebot sein“, erklärt er. Installiere man nur Bänke, reiche das nicht. „Das zieht nicht“, sagte Baldermann. Es gehe deshalb vor allem darum, eine Anlaufstelle mit Mittagstisch zu etablieren, bei der man auch gegen Abend noch etwas essen und trinken könne. Damit wolle man ausdrücklich keine Konkurrenz zur gegenüberliegenden Bäckerei Keim heraufbeschwören. Im Gegenteil. Durch den Rückbau der Busbucht vor der Bäckerei zu einem Kap werde Raum frei, den Keim vielleicht sogar selbst bespielen könnte. Die Planungen berücksichtigten den gesamten Raum bis hinüber zu der Marbacher Traditionsbackstube.

Noch nicht abschließend konnte Baldermann sagen, wie sich der Versuch samt Wegfall der Linksabbiegerspur in die Uhlandstraße auf den Verkehr auswirkt. Die Ergebnisse einer begleitenden Untersuchung würden nach der Sommerpause vorgestellt. Wobei der Fluss allem Anschein nach gewährleistet sei, wie Bauamtsleiter Dieter Wanner sagte. „Ich habe auch keinen großen Rückstau, zum Beispiel im Bereich der Grabenstraße, erkennen können“, erklärt er. Große Einigkeit herrscht zudem bei Stadtverwaltung und Passanten, dass sich das Abbiegeverbot für Autos vom König-Wilhelm-Platz in die Steinerstraße bewährt hat. Die Sicherheit für Fußgänger beim Queren der Straße wurde dadurch erhöht. Die Regelung wird auch nicht mehr angetastet.

Wie es mit dem König-Wilhelm-Platz inklusive Verkehrsraum davor weitergeht, werden die nächsten Monate zeigen. Man werde die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung auswerten und nach der Diskussion im Gemeinderat mit einem Konzept zur Umsetzung auf das Landratsamt zugehen, sagte Baldermann. Die Bagger könnten 2027 oder 2028 anrücken, also direkt nach der angedachten Fertigstellung des Volksbankbaus.

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