Königin-Charlotte-Gymnasium in Stuttgart-Möhringen Tageslicht für die Chemie- und Physikräume

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Seit über 40 Jahren wird am Königin-Charlotte-Gymnasium in einigen Räumen ohne Fenster unterrichtet. Die Sanierung des naturwissenschaftlichen Bereichs hat es im Bürgerhaushalt ganz nach oben geschafft und wurde in den Doppelhaushalt 2016/17 aufgenommen. Nun entscheidet die Stadt über das Projekt.

Die naturwissenschaftlichen Räume am KCG sind veraltet und sollen saniert werden. Foto: Archiv Stefanie Käfferlein
Die naturwissenschaftlichen Räume am KCG sind veraltet und sollen saniert werden. Foto: Archiv Stefanie Käfferlein

Möhringen - Die Physik- und Chemieräume des Königin-Charlotte-Gymnasiums (KCG) sind nicht mehr auf dem neuesten Stand. Es gibt keine Fenster. Schüler und Lehrer müssen während des Unterrichts auf Tageslicht und frische Luft verzichten. „Die Räume sind aus den Siebzigern. Sie sind völlig veraltet und sehr heruntergekommen“, sagt die Schulleiterin Andrea Funke-Fuchs.

Die Lehrräume sind viel zu klein, ein Unterricht ist nach heutigen Anforderungen nicht möglich. Eine Grundfläche von mindestens 84 Quadratmetern sollten die Unterrichts- und Vorbereitungsräume umfassen; am KCG sind es im Falle des Physikvorbereitungsraums nur 67 Quadratmeter. Ein Unterrichtszimmer für Chemie ist mit 68 Quadratmetern ebenso zu klein, die Physiklehrräume umfassen lediglich 77 Quadratmeter. „So können wir keinen modernen, schülerzentrierten Unterricht machen“, sagt Funke-Fuchs. Statt Gruppen- und Projektarbeit sei in den beengten Räumen lediglich Frontalunterricht möglich.

Sanierung des KCG im Bürgerhaushalt ganz vorne

Grund für den Zustand der Räume ist die ursprüngliche Planung des Rembrandt-Schulzentrums, welches das KCG und die Riedseeschule umfasst. Und die stammt aus dem Jahr 1971. Man ging von einem Neubau für das Gymnasium aus, der jedoch nur in Teilen realisiert wurde. Sechs Räume im Erdgeschoss sind ohne Fenster gebaut worden, weil in einem weiteren Abschnitt eine Erweiterung vorgesehen war. Seit mehr als 40 Jahren wird deswegen bei künstlichem Licht und mit Lüftungsrauschen Chemie und Physik unterrichtet.

Bereits Anfang 2015 hat das Schulverwaltungsamt mit den Vorplanungen zu einer Sanierung und Umstrukturierung der naturwissenschaftlichen Räume begonnen. Im Bürgerhaushalt landete das KCG ganz vorne. Die Schulgemeinschaft bekam 4863 Stimmen für ihren Vorschlag, die Räume zu sanieren. Auch die Politik sah die Notwendigkeit zum Handeln. Das Projekt wurde im Dezember in den Doppelhaushalt 2016/17 aufgenommen.

Im Zuge der Bauarbeiten sollen die Fassaden geöffnet und Fenster in den Lehrräumen eingebaut werden. Die Vorbereitungsräume sollen auf den neuesten technischen Stand gebracht werden. Die Planung wurde zusammen mit der Schule vorgenommen, um die Fachbereiche nach funktionalen, wirtschaftlichen und pädagogischen Anforderungen zu optimieren. Sämtliche Umbauten können beispielsweise durch das Abtragen von Trennwänden und Zusammenlegen von Räumen im bisherigen Bestand umgesetzt werden, eine bauliche Erweiterung ist nicht nötig.

Der Unterricht wir auf andere Räume verlegt

Die Gesamtkosten für die Sanierung des Physik- und des Chemiebereichs belaufen sich auf gute drei Millionen Euro. Die Mittel stehen im Haushalt zur Verfügung. Seit Mitte Februar liegt die Baugenehmigung vor. In dieser Woche entscheidet nun die Stadt über die Umsetzung des Projekts. Nachdem die Beschlussvorlage zunächst im Ausschuss für Umwelt und Technik (UTA) und im Verwaltungsausschuss besprochen wird, trifft der Gemeinderat am 23. Juni seine Entscheidung.

„Wir sind froh, dass es nun endlich los geht. Darauf haben wir lange warten müssen“, sagt die Schulleiterin. Die Fachbereiche Physik und Chemie sollen in zwei getrennten Bauabschnitten nacheinander saniert werden. Somit kann im jeweiligen anderen Bereich weiter unterrichtet werden. „Die Riedseeschule stellt uns für diese Zeit einen naturwissenschaftlichen Raum zur Verfügung“, sagt Funke-Fuchs. „Die restlichen Unterrichtsstunden finden in den normalen Klassenzimmern im zweiten Stock statt.“ Auf Unterrichtsausfall dürfen die Schüler also nicht hoffen. „Wir haben alles so organisiert, dass kein Physik- oder Chemieunterricht ausfallen muss“, sagt Funke-Fuchs. „Zumindest nicht wegen der räumlichen Situation“, fügt sie hinzu.

Gibt der Gemeinderat seine Zustimmung, soll bereits mit Beginn der Sommerferien im Juli mit der Sanierung des Physikbereichs begonnen werden. Bis Mai 2017 werden sich die Arbeiten vermutlich hinziehen. Der Zeitplan sieht vor, im Anschluss daran von Juli 2017 bis Mai 2018 die Fachräume für Chemie zu sanieren.

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