Viele 18- bis 25-Jährige rauchen IQOS eröffnet Laden – wie gefährlich ist Tabakdampf?

Mit dem neuen Store setzt IQOS auf ein internationales Retail-Konzept: ein multisensorisches Experience-Hub mit mehrdimensionalen Formen und Stationen – gestaltet in warmem Wohnzimmer-Ambiente. Foto: Brauer Photos/ G.Nitschke (links), picture alliance/Robert Schles

Die Produkte von IQOS sollen weniger schädlich als Zigaretten sein. Warum trotzdem vor allem junge Menschen gefährdet sind – und was der Künstler Tim Bengel damit zu tun hat.

Rauchen gefährdet die Gesundheit. Das würde auch niemand bei der Philip Morris GmbH leugnen, die sich nach eigenen Angaben „als führender Anbieter von Tabakwaren in Deutschland“ etabliert hat. Zum Unternehmen gehört auch IQOS, das vor wenigen Tagen eine neue Filiale auf der Königstraße in Stuttgart eröffnet hat.

 

„Mit dem neuen Store setzt IQOS auf ein internationales Retail-Konzept: ein multisensorisches Experience-Hub mit mehrdimensionalen Formen und Stationen – gestaltet in warmem Wohnzimmer-Ambiente“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Wohlfühlen sollen sich dort aber nur Raucher. Und diese Zielgruppe ist vor allem bei jungen Menschen recht groß: Laut der Krankenkasse AOK hat jeder vierte 18- bis 25-Jährige im September vergangenen Jahres Tabak-Zigaretten (25,4 Prozent) und jeder achte Einweg-E-Zigaretten (12,0 Prozent) geraucht. Letztere sind stark im Kommen – auch bei den Herstellern. „Philip Morris International (PMI), befindet sich seit über einem Jahrzehnt in einem tiefgreifenden Wandel: weg von der Zigarette, hin zu innovativen, rauchfreien Produkten“, heißt es beim Unternehmen.

Mehr als 12,5 Milliarden US-Dollar habe man seit 2008 in Forschung und Entwicklung investiert, um Alternativen wie Tabakerhitzer, E-Zigaretten und Nikotinbeutel zu entwickeln und wissenschaftlich zu validieren. „Ziel ist eine Welt ohne Zigaretten – und die klare Botschaft: Wer nicht raucht, soll nicht damit anfangen. Wer raucht, sollte aufhören – oder zumindest auf wissenschaftlich fundierte Alternativen umsteigen.“

Nikotin macht krank und süchtig

Und diese Alternative findet man anscheinend auch in der neuen IQOS-Filiale in Stuttgart. „Weil bei IQOS Tabak erhitzt statt verbrannt wird, entsteht kein Rauch, sondern Tabakdampf. Dadurch entstehen bei IQOS durchschnittlich 95 Prozent weniger Schadstoffe im Vergleich zur Zigarette“, heißt es auf der Internetseite der Firma. Die Reduktion von Schadstoffen sei zwar nicht gleichzustellen mit einer Reduktion des Risikos.

Aber verglichen mit Zigaretten sei IQOS eine bessere Wahl – auch wenn klar sei: „Das Konsumieren von Tabak- oder Nikotinerzeugnissen verursacht schwere Krankheiten und macht süchtig.“ Das gilt auch für die rauchfreien Produkte von Philip Morris International. Sie enthalten Nikotin, das süchtig macht. „Die beste Entscheidung für jeden Raucher ist es, komplett mit dem Konsum von Tabak- und Nikotinerzeugnissen aufzuhören“, heißt es bei IQOS weiter.

Das wäre auch der Weltgesundheitsorganisation WHO am liebsten. „Der Tabakkonsum ist weltweit eine der wichtigsten vermeidbaren Ursachen für vorzeitige Todesfälle, und dennoch sterben jedes Jahr über sieben Millionen Menschen an seinen Folgen“, steht auf der WHO-Internetseite geschrieben.

„Zigaretten sind die giftigsten und tödlichsten Produkte auf dem Markt, daher bedeutet die Behauptung, E-Zigaretten seien weniger schädlich, nicht viel“, warnt Reinskje Talhout, eine leitende Wissenschaftlerin beim Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) der Niederlande und Leiterin des WHO-Kooperationszentrums für die Regulierung und Kontrolle von Tabakprodukten. „Es ist irreführend, sie als sicher zu bezeichnen.“

E-Zigaretten würden neue Nutzer:innen anziehen, insbesondere junge Menschen, die vielleicht noch nie geraucht haben, weil ihnen gesagt werde, dass diese Produkte relativ harmlos seien – aber das stimme einfach nicht. Zudem würden diese Produkte auch noch durch leuchtende Verpackungen und Farben, spielzeugähnliche Gestaltung, Partnerschaften mit Influencer:innen und Tausende von verlockenden Geschmacksrichtungen aggressiv vermarktet.

Tim Bengel enthüllt sein Kunstwerk im neuen Store

Auch bei der Eröffnung auf der Stuttgarter Königstraße wurde mit Prominenz gefeiert. Der Künstler Tim Bengel war vor Ort, um sein Werk zu enthüllen, das er eigens für den Standort geschaffen hat: eine moderne Hommage an seine Heimatstadt, eingefasst in seiner bekannten Gold- und Sandtechnik. Das Kunstwerk zeigt unter anderem neu interpretierte Elemente des Stuttgarter Kessels, des Fernsehturms sowie Elemente, die an das Filderkraut angelehnt sind.

„Ich lebe schon mein ganzes Leben in der Region Stuttgart und bin in der Filderregion eher dörflich aufgewachsen. Stuttgart war dabei immer der wichtigste Bezugspunkt – eine Stadt, die für mich eine magnetische Anziehungskraft hatte und bis heute hat“, sagt Tim Bengel. „Wenn ich in Stuttgart bin, genieße ich es sehr, neue Restaurants und Cafés auszuprobieren. Kulinarik spielt für mich eine große Rolle – und Stuttgart bietet hier eine enorme Vielfalt. Außerdem besuche ich regelmäßig Kunstveranstaltungen, vor allem im Kunstmuseum und in der Staatsgalerie. Genauso gerne lasse ich mich aber auch einfach durch die Stadt treiben und entdecke immer wieder neue Facetten.“

Eine Hommage an die Schwaben

Und was er unbedingt betonen möchte: „Ich schätze die Menschen hier sehr. Auch wenn die Stuttgarter:innen sowie die Schwäb:innen im Allgemeinen auf den ersten Blick vielleicht nicht so offen wirken wie etwa Menschen in den USA, so zeigt sich doch mit der Zeit: Wer hier Vertrauen aufbaut, begegnet echter Zuverlässigkeit und Substanz. Was die Schwaben anpacken, hat Hand und Fuß – und das beeindruckt mich immer wieder.“

Der Künstler Tim Bengel hat für die Stuttgarter IQOS-Filale ein Kunstwerk erstellt. Foto: Brauer Photos / G.Nitschke

Seit 2015 engagiert sich Philip Morris nach eigenen Angaben mit vielfältigen Initiativen für die Förderung von Kunst und Kultur. Mit dem Projekt um Tim Bengel werde dieses Engagement konsequent weitergedacht, heißt es bei IQOS.

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