Können Menschen im Universum leben? Welche Technologie wäre nötig?

Leben: Markus Brauer (mb)
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Kälteschlaf und Hyper-Antrieb

Allerdings sind die hierfür notwendigen Technologien nicht einmal im Ansatz abschätzbar. In Science-Fiction-Filmen verbringt die Crew die meiste Zeit im Kälteschlaf (Kryonik). Da diese Methode in der Realität nicht funktioniert, müssten die Raumfahrer über die gesamte Reisezeit mit Nahrung, Sauerstoff und Flüssigkeit versorgt werden, was enorme Ressourcen in Anspruch nimmt.

Ein weiteres Problem: der Antrieb. Nur ein Raumschiff, das durch einen Kernfusions- oder Antimaterie-Reaktor angetrieben würde, wäre in der Lage solche interplanetarischen Reisen zu unternehmen. Wie gesagt: rein theoretisch.

Ist Lichtgeschwindigkeit möglich?

Von Alpha Centauri braucht das Licht vier Jahre, um zur Erde zu gelangen. „Wenn die Lichtgeschwindigkeit von knapp 300 000 Kilometer pro Sekunde die größte Geschwindigkeit ist, die im Universum erreichbar ist, dann wäre man offenbar mindestens vier Jahre unterwegs“, sagt Metin Tolan, Professor für Experimentelle Physik an der TU Dortmund. „Dem ist aber nicht so. Wenn man sich nämlich mit 99,9999 Prozent der Lichtgeschwindigkeit bewegen könnte, würden auf dieser Reise nur drei Tage vergehen. Tatsächlich würde die Zeit also viel langsamer verlaufen.“

Zum Vergleich: Astronauten, die auf der Internationalen Raumstation ISS um die Erde fliegen, bewegen sich mit 28 000 Kilometern pro Stunde. Die 110 Meter hohe Saturn V Rakete (Einsatzzeit 1967-1973), eine der leistungsstärksten Trägersysteme der Raumfahrt, erreichte mit ihrem Treibstoffgemisch aus Sauerstoff und Wasserstoff eine maximale Geschwindigkeit von 38 900 Kilometern pro Stunde.

Die Landekapsel von Apollo 10 erreichte beim Wiedereintritt am 26. Mai 1969 eine Geschwindigkeit von 39 897 Kilometern pro Stunde – die höchste Geschwindigkeit, die von Menschen je erreicht wurde.

Generationen-Raumschiffe

Aufgrund der langen Flugzeit müssten interstellare Raumschiffe so konstruiert werden, dass sie mehreren Generationen Raumfahrern eine Heimat bieten. Während die erste Generation von der Erde losfliegt, wird die nächste Generation auf dem Raumschiff geboren. Der Schweizer Bestsellerautor und FuturologeErich von Däniken glaubt, dass Außerirdische auf diese Weise durch das Universum reisen.

Odyssee ins Weltall

„Was heute als Science-Fiction-Roman begonnen wird, wird morgen als Reportage beendet.“ Dieses Zitat stammt von dem britischen Physiker und Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke (1917-2008). Er schrieb eine Kurzgeschichte, die Stanley Kubrick als Vorlage für sein cineastisches Meisterwerk „2001: Odyssee im Weltraum“ diente.

Werden Clarke, Hawking und all die anderen Visionäre Recht behalten? Wird der Mensch nach den Sternen greifen? Oder wird er sich auf seinem Heimatplaneten selbst zugrunderichten?




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