Köpfe am Korber Kopf Diese Ausstellung ist gut für Kopf und Körper

Um die Ecke gedacht: Das Kunstwerk von Sonja Edle von Hoeßle. Foto: Gottfried Stoppel 7 Bilder
Um die Ecke gedacht: Das Kunstwerk von Sonja Edle von Hoeßle. Foto: Gottfried Stoppel

Im vergangenen Jahr wurden wegen der Corona-Pandemie die Skulpturen der vorigen Ausstellung stehen gelassen. Doch im Jahr 2021 gibt es wieder neue Kunstwerke zu bestaunen – ideal für einen Spaziergang.

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Korb - Bienen summen, die Sonne scheint und ein sanfter Wind weht Blütenduft heran. Nicht gerade so, wie man sich ein Museum vorstellt – und gerade deswegen ist der Skulpturenrundgang „Köpfe am Korber Kopf“ so wohltuend anders. An diesem Sonntag ist die 15. Auflage der Freiluftausstellung oberhalb von Korb eröffnet worden. Ohne richtige Vernissage, aber bei bestem Wetter.

„Wir mussten wirklich aufpassen“, sagt Ruth Messer mit Blick auf die Corona-Infektionslage. Sie ist zusammen mit ihrem Mann, dem Kurator und Bildhauer Guido Messer, seit Jahren eine treibende Kraft hinter der Ausstellung. Und auch wenn am Wochenende auf dem Wanderparkplatz Hanweiler Sattel einiges los war: Auf den Wegen oberhalb von Korb verteilten sich die Besucher recht gut. Frische Luft, Bewegung, Kultur und dazu noch Mindestabstand – was will man mehr.

Zwei Flugblätter leiten durch die Freiluft-Ausstellung

Im vergangenen Jahr hatten die Macher der Ausstellung die Skulpturen der vorangegangen Ausstellung unter dem Eindruck der Coronapandemie stehen lassen. Zwar hatten die „Korber Köpfe“ in Zeiten von geschlossenen Museen und oft allenfalls virtuellen Ausstellungsrundgängen sehr viele Besucher, doch die Figuren ein drittes Jahr stehen zu lassen, war in diesem Jahr keine Option mehr. Gut für das Publikum, dass es nun neue Kunstwerke genießen kann.

Geführte Touren – auch mit einer Weinprobe – wird es in diesem Jahr nur abhängig von der Infektionslage geben. Informationen und Buchungen gibt es telefonisch bei Annemarie Luithardt (0 71 51/93 79 73), mit Weinprobe bei Ruth Messer (0 71 51/30 59 82). Auch bei höheren Inzidenzzahlen muss man aber nicht auf fachkundige Begleitung verzichten: An der ersten Station des Skulpturenwegs steht ein Kasten mit zwei verschiedenen Flugblättern bereit. Einer davon bietet eine Übersicht mit Biografien und Erklärungen der Künstler selbst, der andere ist eine To-Go-Version eines Rundgangs zusammen mit der promovierten Kunsthistorikerin Ute Schönfeld-Dörrfuß.

Die Köpfe am Korber Kopf sind dieses Jahr ziemlich abstrakt

Gerade in diesem Jahr kann das durchaus beim Verständnis der Exponate helfen. Denn die zehn Werke – sieben von Profis, drei von Schülerinnen und Schülern aus Waiblingen und Winterbach – sind oft ziemlich abstrakt gehalten. Besucher dürfen daher beim Besuch der Korber Köpfe nicht nur die Beine bewegen, sondern auch den Kopf einschalten. „Aber wir haben uns gedacht, die Leute haben doch sicher schon anderes Abstraktes gesehen“, sagt Ruth Messer. „Man kommt auch überall auf das Thema ,Köpfe’, wenn man sich ein bisschen anstrengt.“

Zum Beispiel beim Werk ihres Mannes Guido Messer. Seine Skulptur „Crash“ zeigt eigentlich genau das Gegenteil eines Kopfes: Drei Bein- und Fußpaare ragen in den Himmel. Stecken da drei Menschen den Kopf in den Sand, angesichts einer nahenden Katastrophe? Sind sie abgestürzt und ungespitzt in den Boden gerammt? Steht die ganze Welt Kopf? Oder tauchen die Figuren elegant und synchron in ein imaginäres Becken? Der Besucher kann seine eigene Antwort finden – das ist ja das Schöne an Kunst.

Noch eine Spur abstrakter geht es beim Kunstwerk der Eisinger Künstlerin Sonja Edle von Hoeßle zu. „Endlosschleife 10XV“ heißt ihr Kunstwerk, das gleich die erste Station des Skulpturenwegs bildet. Einen figürlichen Kopf sucht man vergebens. Stattdessen könnte ihre Skulptur als eine Art Gedankenspirale verstanden werden – inklusive dem Fakt, dass man manchmal um die Ecke denken muss, um ans Ziel zu gelangen.




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