Kohlenmonoxid-Alarme in Stuttgart Das Gas, das im Haus heimtückisch wirkt

Die Feuerwehr ist bei Kohlenmonoxid höchst alarmiert. Foto: 7aktuell//Alexander Hald

Rauchmelder sind in Privatwohnungen Pflicht und mittlerweile selbstverständlicher geworden. Doch wer hat Kohlenmonoxid-Warngeräte im Haus?

Lokales: Wolf-Dieter Obst (wdo)

Stuttgart - Zwei Zwischenfälle am Wochenende, dabei auch noch eine lebensgefährlich verletzte Person: Das heimtückische Gas Kohlenstoffmonoxid (CO) hat in Stuttgart wieder zugeschlagen – und den Blick wieder auf die vergessene Debatte über CO-Warnmelder in Privatwohnungen gerichtet. „Wir empfehlen solche Geräte ausdrücklich“, sagt Feuerwehrsprecher Daniel Anand. Vor allem jetzt, da Holzöfen und Gasthermen verstärkt gegen die Winterkälte anheizen.

 

Erst schien es ein medizinischer Notfall zu sein, als eine Rettungswagenbesatzung am Samstag gegen 20 Uhr in die Stammheimer Straße nach Zuffenhausen gerufen wurde. Eine 52-jährige Frau lag bewusstlos in ihrer Wohnung – und die Ursache wurde den professionellen Helfern schnell klar. Denn es piepste an ihren Jacken – Kohlenmonoxid. Die Frau wurde von der alarmierten Feuerwehr aus der Wohnung geholt, kam mit einer lebensgefährlichen Kohlenmonoxid-Vergiftung in eine Klinik. Fünf weitere Bewohner kamen mit dem Schrecken davon.

Warnmelderpflicht in Shishabars wirkt

Erst am Nachmittag, gegen 14.20 Uhr, hatte es einen Kohlenmonoxid-Alarm in der Wagenburgstraße nahe dem Tunnel gegeben. In einem Wohnhaus waren die Konzentrationen in der Luft viel zu hoch. „Glücklicherweise gab es keine Verletzte“, so Anand.

19 Einsätze hat es in diesem Jahr bisher gegeben – und damit liegt man offenbar im Trend des Vorjahres mit 23 Fällen. Im Jahr davor waren es 30. Ein offenbar sinkender Trend in Stuttgart, der wohl aber auch damit zu tun haben dürfte, dass die Stadt 2018 eine Warnmelderpflicht für Shishabars eingeführt hat. „Die fallen nur noch vereinzelt auf“, sagt Feuerwehrsprecher Anand, „dafür jedoch Shishas in privaten Räumen.“

Erinnerung an das Schicksal einer jungen Familie

Gerade aber in den eigenen vier Wänden lauert die Gefahr, besonders bei unerkannt defekten oder verstopften Abluftrohren von Öfen und Gasthermen. Doch CO-Warnmelder sind hier, im Gegensatz zu Rauchmeldern, keine gesetzliche Pflicht. „Dabei wäre das überaus sinnvoll“, sagt Anand. Mit Schrecken erinnert er sich noch an einen Einsatz, bei dem er im Februar 2018 in Esslingen-Mettingen mit dabei war. Eine vierköpfige Familie war in der Obertürkheimer Straße tot gefunden worden – die beiden 29 Jahre alten Eheleute sowie deren drei und vier Jahre alten Kinder. Todesursache: Kohlenmonoxid. Ein Abgasrohr einer Gasheizung soll defekt gewesen sein.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Stuttgart Gasalarm Feuerwehr