In den Kitas fehlen massenhaft Erzieherinnen und Erzieher. Die Standards müssten vom Land gelockert und Gruppen größer werden, so die Städte und Gemeinden. Ansonsten bekämen tausende Kinder keinen Platz.

Die Kommunen haben das Land vor einer dramatischen Verschärfung der Personal-Lage in den Kitas gewarnt. Der Präsident des Gemeindetages, Steffen Jäger, schlägt Alarm. „In hunderten von Kommunen wurden bereits Öffnungszeiten reduziert oder sogar Gruppen geschlossen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Der Mangel an Erzieherinnen und Erziehern sei dramatisch. „Das frühkindliche Bildungssystem steuert auf einen Kollaps zu“, warnte Jäger. Das Land müsse dringend gegensteuern.

Der Gemeindetagschef dringt darauf, dass das Kultusministerium es weiter zulässt, dass die Gruppengröße erhöht und der Mindestpersonalschlüssel gesenkt werden kann. Wegen der Sondersituation der Corona-Pandemie hatte das Land dies möglich gemacht, doch diese Regelung läuft am Ende August aus.

Viele tausend Kinder könnten keinen Kita-Platz bekommen

Steffen Jäger appellierte an das Land, die Sonderregelung zu verlängern. Alles andere hätte aus seiner Sicht ernste Folgen: „Wenn das Kultusministerium sich gegen eine Verlängerung der zentralen Flexibilisierungsmöglichkeiten entscheidet, dann trägt das Land die Verantwortung dafür, wenn viele tausend Kinder keinen Kita-Platz bekommen. Die Kommunen können das nicht lösen“, sagte er. Man verkenne dabei nicht, dass der Kitaalltag mit mehr Kindern pro Gruppe und Erzieherin schwieriger werden kann. Aber: „Die Folgen für die Kinder, die keine adäquate Betreuung erfahren würden, wären unseres Erachtens aber noch gravierender.“ Das müsse das Ministerium beachten, wenn es diese Woche seinen Maßnahmenkatalog für das neue Kita-Jahr vorstelle.

Erst vor wenigen Tagen äußerte sich in der Diskussion auch der Präsident des Städtetags, Peter Kurz. Er forderte das Land grundsätzlich auf, wegen der drohenden Energie- und Wirtschaftskrise und der knappen Kassen „Leistungsversprechen und Standards“ zu überprüfen. Auch beim Kita-Ausbau stießen die Kommunen an ihre Grenzen. Er verlangte von der grün-schwarzen Landesregierung, hier Öffnungen und Experimente zuzulassen.