Kolumne „Familiensache“ Die schönsten Kinderwörter unserer Leser

Toll, was aus so einem Kindermund alles rauskommt! Foto: imago images/Addictive Stock/Berena Alvarez
Toll, was aus so einem Kindermund alles rauskommt! Foto: imago images/Addictive Stock/Berena Alvarez

Wir haben Sie gefragt, ob Sie die schönsten Bonmots Ihrer Kinder mit uns teilen. Jetzt sind wir überwältigt vom Feedback: Witzige, kluge, ja beinahe philosophische Kinderwörter waren dabei. Eine Kostprobe.

Digital Unit : Theresa Schäfer (the)
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Stuttgart - Als ich Ihnen das letzte Mal schrieb, habe ich einen „Erpresso“ gewettet, dass Ihre Kinder mindestens so schöne Wortkreationen erfinden wie meine Zwillinge. Ich schulde nun eine ganze Kaffeevollautomaten-Ladung „Erpressi“, denn Sie haben mir so zahlreich und nett geschrieben, dass ich ganz geplättet bin.

Witzige, kluge, ja beinahe philosophische Kinderwörter waren dabei und ich möchte sie Ihnen natürlich keinesfalls vorenthalten. Also, los geht’s!

Beginnen wir mit Kulinarischem: Die Zwillinge von Anina S. essen gerne „Schubs-Nudeln“ (Schupfnudeln), „Marmornäse“ (Mayonnaise) und „Unterwasserfrüchte“ (Meeresfrüchte) und bitten Mama darum, die „Fludelwasche“ (Sprudelflasche) aufzumachen. Bei der Tochter einer anderen Leserin hieß Kaba „MilchDurstRührnRührn“. Ihr Sohn war indes kein Fan von Spargel und winkte beim Anblick des Stangengemüses ab: „Kein Bargel, Mama!“

Schuhe wurden in der Familie dieser Leserin immer in Kornwestheim beim „Samalander“ gekauft.

Der Sohn von Alexandra Meinhard sprach vom „Bauchschnabel“ (Bauchnabel) und „Bartstöpseln“ (Bartstoppeln). Gleich zwei Einsendungen gab es übrigens zum Schluckauf: Der Sohn von Anina S. nannte ihn den „Hickschlag“, während die Zwerchfellhopser im Hause von Alexandra Meinhard „Huckschlauf“ genannt werden. Und auch andere Körperfunktionen werden kommentiert: Pupse zum Beispiel. “Das war aber ein großes Glockenspiel“, sagte die Enkelin von Traude Henne, als ihr einer entwischte.

Das „Eierjöcken“ klettert durch den Baum

Als Stephan Haas’ Sohn zwei war, nannte er den Betonmischer „Mischertong“ und die Ameise „Ameimei“. Wenn Kevin Hammes’ Zweijähriger „Eierjöcken“ sagt, meint er Eichhörnchen. Meine kleine Nichte nennt diese übrigens ganz poetisch „Eichenschön“.

Die Kinder einer Kollegin, die hier ebenfalls aus ihrem Familienalltag berichtet, wunderten sich darüber, dass ihre Mutter im „Erpresserhaus“ (Pressehaus) in „Möhrenbach“ (Möhringen) arbeitet.

Und seit ich Ihnen geschrieben habe, ist auch in meinem Büchlein der schönsten Kinderwörter ein neuer Eintrag dazugekommen: Zwilling A (fünf Minuten älter, zwei Zentimeter größer) sprach neulich vom „Zuchthaus“. Zuerst war ich verwirrt, bis ich verstand, was sie eigentlich meinte: das Gewächshaus.

Theresa Schäfer (39) ist Mutter von Zwillingen - und Onlineredakteurin im Nebenberuf. Der geballten Power und argumentativen Logik von zwei Neunjährigen steht sie oft staunend und manchmal völlig geplättet gegenüber.




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