Kolumne „Familiensache“ Was brauchen wir wirklich?

Ein Kinderzimmer wie so viele: voll mit Spielsachen. Foto: strauchburg.de - stock.adobe.com/H. D. von der Strauchburg - Kurz
Ein Kinderzimmer wie so viele: voll mit Spielsachen. Foto: strauchburg.de - stock.adobe.com/H. D. von der Strauchburg - Kurz

Ein Text, der noch weitere Geschichten schreibt. Zwei Mütter berichten über ihr Leben in Armut.

Leben: Anja Wasserbäch (nja)
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Stuttgart - Die Normalität hat uns wieder. Die neue oder vielleicht auch scheinbare Normalität. Kinder gehen in die Kita, in den Kindergarten, in die Schule. An die regelmäßigen Tests haben sich alle gewöhnt. Wenn auch noch nicht gesungen wird, dann gibt es zumindest wieder Sport. Viele Eltern von Kindern unter zwölf Jahren sind aber in dieser Habacht-Stellung, sie wissen, dass es jederzeit vorbei sein kann mit der Normalität, weil Corona eben nicht vorbei ist.

Ein Text, der die Leserinnen und Leser bewegt

Was aber so normal scheint, ist es nicht immer. Ein Artikel meiner Kollegin Sandra Markert, der vor kurzem im Magazin am Wochenende erschienen ist, hat nicht nur mich, sondern auch viele Leserinnen und Leser sehr bewegt. Sie hat mit zwei alleinerziehenden Müttern gesprochen, zwei Frauen, die ganz unterschiedlich sind und ähnliche Probleme haben. Eva Wenz hat ihren spielsüchtigen Mann verlassen, Tanja Uhls Mann starb überraschend im Alter von 37 Jahren. Beide standen sie plötzlich allein mit den Kindern da.

Es geht mehr ums Überleben als ums Leben

Es ist erschütternd, wie diese Frauen berichten, dass es mehr ums Überleben als ums Leben geht, dass die Kinder keinen neuen Schulranzen haben können, keine Hobbies, keine Urlaube, all das, was für viele Normalität ist. Es ist den beiden Müttern eben nicht möglich, das ihren Kindern zu bieten.

Hier können Sie den Text aus unserem Plus-Angebot lesen: Wie lebt es sich als arme Familie?

Der Text, der nüchtern aber keineswegs distanzlos Einblick in das Leben der beiden Familien gibt, hat viele der Leserinnen und Leser bestürzt. Menschen, die selbst Kinder haben, vor lauter Spielsachen den Kinderzimmerparkettboden nicht mehr sehen, nicht mehr wissen, wohin mit den alten Klamotten.

Aber vielleicht sind demnächst schon kleine Schritte möglich: viele Leserinnen und Leser waren so bewegt von der Geschichte, dass sie helfen wollten – mit Geld, Ausflügen, Sachspenden. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten, wie es weitergeht. Vielleicht auch für jene Familien mit einem kleinen bisschen mehr Normalität.

Zur Person

Anja Wasserbäch
ist Mutter eines Schulkindes. Die Redakteurin im Ressort Leben betreut die Seite Kind & Kegel im Wochenendmagazin.




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