Kolumne Jörg Scheller Armes Polen?

Ob Antisemitismus oder die Situation an der Grenze zu Belarus – selbst in einer per se apokalypseverliebten Medienlandschaft fällt die Negativfixierung auf. Foto: dpa/Ulf Mauder
Ob Antisemitismus oder die Situation an der Grenze zu Belarus – selbst in einer per se apokalypseverliebten Medienlandschaft fällt die Negativfixierung auf. Foto: dpa/Ulf Mauder

Wenn es in deutschen Medien um Polen geht, ist der Anlass ziemlich sicher kein erfreulicher. So auch in den letzten Wochen. Unser Autor fordert bei der Kritik am Land mehr Substanz.

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Stuttgart - Wenn es in deutschen Medien um Polen geht, ist der Anlass ziemlich sicher kein erfreulicher. So auch in den letzten Wochen. Ob Antisemitismus, Abtreibungsgesetz, der EU-Streit um die Justizreform oder die Situation an der Grenze zu Belarus – selbst in einer per se apokalypseverliebten Medienlandschaft fällt die Negativfixierung auf. An der Politik der immer weiter nach rechts driftenden Regierungspartei und ethnochauvinistischen Strömungen in der tief gespaltenen Bevölkerung gibt es genug zu kritisieren. Aber Kritik gewinnt an Substanz, wenn sie historisch fundiert und kulturell informiert ist; wenn sie das ganze Bild zeigt, statt nur Ausschnitte. Zu diesem Bild gehören nicht nur Wirtschaftswunder und Haushaltsdisziplin, sondern auch eine starke, protestfreudige Zivilgesellschaft sowie eine kritische Kunst- und Literaturszene.

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