Kolumne von Peter Glaser Kinder als Erfinder und Firmengründer

Fingen auch mal klein an: Steve Jobs Foto: Apple/dpa
Fingen auch mal klein an: Steve Jobs Foto: Apple/dpa

Firmengründer im Silicon Valley werden immer jünger. Mancher darf sich noch nicht einmal einen Wagen mieten. Sie wissen eben, was Jugendliche im Internet wollen, sagt StZ-Kolumnist Peter Glaser.

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Stuttgart - Während die Kids, die heute mit Computer und dem Netz aufwachsen, von Soziologen und Trendforschern noch studiert werden wie eine interessante neue Lebensform, gründen die lieben Kleinen bereits ihre ersten Firmen. William Morse war 18, als er sich seinen „Hard Drive Zapper“ schützen ließ. Das aus recycelten Bestandteilen von Wegwerfkameras gebaute Gerät löscht Festplatten, die entsorgt werden sollen – und zwar zuverlässig. 100 Dollar, die ihm seine Oma zum Geburtstag geschenkt hatte, verwendete er, um seine Erfindung beim Patentamt anzumelden.

Die Diskussion über das ideale Alter für  Unternehmensgründer hat im letzten Jahrzehnt einen neuen Verlauf genommen. Früher galt die These, die erfolgreichsten Unternehmen würden von alten Hasen gegründet. Männer über 40, verheiratet, mit Kindern. Seither verjüngt sich der Trend zunehmend. Viele sehen das ideale Alter für Gründer („Peak Age“) heute bei Anfang bis Mitte 20. Sind junge Entrepreneure besser, weil sie unbekümmert loslegen?

„Ein Internet-Start-up ist wie eine Band“

Die Risikokapitalgeber sehen „junge Talente mit leidenschaftlichem Unternehmergeist, die noch nicht durch Familie oder Kinder abgelenkt werden“. Als Zaid Farooqui das Webdesign-Unternehmen Cyquester Technologies mitgründete und einen ersten Mitarbeiter einstellte, war er gerade mal 15. „Ein Internet-Start-up ist wie eine Band“, befindet der heute 25-Jährige. „Jeder möchte so was gründen – vor allem, weil es richtig Spaß macht.“ So hat Farooqui sich unter anderem an einem Social-Media-Portal namens iJigg versucht, auf dem die Nutzer per Abstimmung aus zahllosen Songs ihre eigenen Charts erstellen konnten. Dass es der Konkurrenz von Musikangeboten wie Last.fm und Pandora nicht standhalten konnte, hindert ihn nicht daran, mit etwas Neuem weiterzumachen. Ein Foto in seinem Blog zeigt die klassische Grundausstattung: einen Schreibtisch, einen Rechner – und eine Schlafmatte daneben auf dem Teppichboden.

Sam Altman, Anfang 20, rief Loopt ins Leben, einen ortsbezogenen Dienst, der Handynutzern auf einer Karte zeigt, wo ihre Freunde gerade sind. Nach einer kleinen Anschubfinanzierung machte Altman sich daran, fünf Millionen Dollar einzusammeln, wobei ihn seine Geschäftsreisen öfters über seine Heimatstadt St. Louis führten. Dort borgte er sich von seiner Familie ein Auto, da er noch nicht alt genug war, um sich eines mieten zu können.

Die ältere Generation versucht dem digitalen Wertewandel manchmal etwas hilflos Einhalt zu gebieten. So erläuterte Melinda Gates in einem Interview die strengen Erziehungsregeln für ihre Kinder: „Wir setzen alles daran, dass die drei so normal wie möglich aufwachsen“, sagte die Frau von Bill Gates. Die Kinder müssen mit Einschränkungen leben, iPhone oder iPod sind verboten. „Unsere große Tochter hat gesagt: ,Mama, erzähl bloß nicht, was wir alles nicht dürfen. Das ist total peinlich.‘“

Hier geht es zum Blog „Glaserei“ des Autors

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