Kombibad in Fellbach Regionale Erlebnisbäder im Konkurrenzkampf

Von Dirk Herrmann 

Fellbach - Mit ihrem F3 hat die Stadt am Fuße des Kappelbergs offenkundig auch bei der Konkurrenz Eindruck gemacht. Bereits vor gut einem Jahr hieß es bei den Verantwortlichen des Stuttgarter Leuze-Bads: „Die Öffnung des Fellbacher F3 haben wir auch hier gemerkt“, der Neugiereffekt lockte anfangs etliche Stuttgarter gen Osten über die Stadtgrenze – kein Problem angesichts des Stadtbahnanschlusses mit Haltestelle direkt vor dem Fellbacher Kombibad. Und: „Klar, der Kuchen ist begrenzt“, so die Leuze-Geschäftsführerin Anke Senne seinerzeit.

Beim Fildorado beobachtet man die Entwicklung in Fellbach

Auch beim Fildorado, das als eine Art Orientierungsgröße für Fellbach gilt, beobachtet man die Entwicklung im vorderen Remstal genau. In Filderstadt gab es Ende 2014 einen Rückgang um knapp 40 000 auf etwa 580 000 Gäste jährlich. Der Druck durch die Konkurrenz in der Region Stuttgart mache sich schon bemerkbar, erläuterte Fildorado-Geschäftsführer Felix Schneider vor einigen Monaten gegenüber der Filderzeitung und nannte explizit das Leuze, die Murrbäder Backnang Wonnemar und eben das Fellbacher F3. Auf aktuelle Anfrage erklärt Schneider nun, dass aufgrund der sehr guten Wetterlage über den Sommer 2015 hinweg bei den Gesamtbesucherzahlen ein Zuwachs im fünfstelligen Bereich verzeichnet wurde. „Nach der Eröffnung des neuen Saunabereichs im Dezember 2015 hält dieser äußerst positive Trend bis über das erste Quartal hinaus an.“

Saunen sollten alle fünf Jahre renoviert werden

Auch im Schorndorfer Oskar-Frech-Seebad „haben wir die neue Konkurrenz anfangs schon gespürt“, sagt Betriebsleiter Jörg Bay, „weil ja jeder mindestens einmal das neue Angebot in der Gegend testen wollte.“ Mittlerweile sei man mit den Besucherzahlen wieder auf früherem Niveau angelangt. „2015 hatten wir 108 000 Saunagäste“, vor allem an den Wochenenden sei man „voll ausgelastet“. Anders ausgedrückt: Der Hautkontakt im Schorndorfer Schwitztempel ist gelegentlich unvermeidlich. Kleinere Bäder, vermutet Bay, hätten wohl eher Probleme, sich gegen die gut ausgestattete Konkurrenz zu behaupten. Allerdings müsse man die Räume gut in Schuss halten. Im Durchschnitt sei in den Saunen alle fünf Jahre eine Grundrenovierung fällig, um die Stammgäste zu halten.

Zur Konkurrenzsituation sagt Fildorado-Mann Schneider aber auch: „Bezüglich der Entwicklung des Umfelds ist zu beachten, dass mittlerweile auch andere Marktteilnehmer, wie zum Beispiel die Badewelt Sinsheim, in das Einzugsgebiet der Bäder im Kreis Stuttgart eindringt und die Konkurrenz nicht nur durch andere Freizeitbäder verursacht wird, sondern auch und insbesondere durch andere Einrichtungen mit Familienangeboten, wie zum Beispiel Freizeit- und Vergnügungsparks.“




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