Komikerin Doris Reichenauer von Dui do on de Sell „Auch im Paradies ist Quarantäne nicht witzig“

Von Tom Hörner 

Wegen mehrerer Coronafälle sitzt die schwäbische Komikerin Doris Reichenauer auf den Malediven fest. Bleibt da der Spaß auf der Strecke?

Entertainerin Doris Reichenauer auf den Malediven. Foto: Facebook/Reichenauer
Entertainerin Doris Reichenauer auf den Malediven. Foto: Facebook/Reichenauer

Stuttgart - Doris Reichenauer vom schwäbischen Komikerinnen-Duo Dui do on de Selldarf derzeit die Malediven nicht verlassen. Ein Gast ihrer Hotelanlage wurde positiv auf Coronaviren getestet.

Frau Reichenauer, wie geht es Ihnen?

Mir geht es gut. Ich komm nur nicht heim. Ich hatte mit einer Freundin eigentlich eine Woche Malediven geplant. Aber die war vergangenen Sonntag vorbei. Wir ­saßen bereits auf gepackten Koffern, als es Quarantäne hieß.

Ich schätze, es gibt Schlimmeres, als im Paradies festzusitzen?

Den Satz habe ich in den vergangenen ­Tagen schon zigmal gehört, das können Sie mir glauben. Wir haben natürlich viel ­Galgenhumor, aber es ist dennoch nicht witzig, selbst wenn der Staat die Hotelkosten übernimmt. Man ist dermaßen angespannt, dass man das Paradies vor der Tür gar nicht recht genießen kann.

Da hebt auch das Wetter die Laune nicht?

Nicht wirklich. Man fragt sich ständig: Wann und wie komme ich heim? Und ist der neben mir krank oder nicht? Klar, man hat den tollen Strand vor der Tür und kann im Bikini rumliegen. Aber man hat nicht mehr die Ruhe.

Was war der Auslöser für die Quarantäne?

Ein Hotelgast, der die Insel bereits verlassen hatte, wurde daheim positiv getestet. Dann soll das Virus auch bei einer Ärztin festgestellt worden sein, die ihn behandelt hat. Und bei anderen Leuten auch.

Was ist das Schlimmste?

Vermutlich, dass man sich trotz der tollen Umgebung nicht mehr frei fühlt. Das fängt schon damit an, dass du dich nicht zu husten traust, weil du denkst: Oh Gott, wenn mich einer sieht oder hört. Und wenn du nicht husten darfst, musst du natürlich husten. Das ist, wie wenn jemand von Läusen spricht. Dann juckt es einen.

Aber an diesem Samstag dürfen Sie den Heimflug antreten.

Wenn alles gut geht. Erst müssen wir noch so einen Test durchlaufen, bei dem man vor vermummten Leuten sitzt. Das ist schon ein bissle wie in einem Science-Fiction-Film. Aber vorhin wurde der zuständige Arzt zu einem Notfall abgerufen. Wir sitzen wie auf Kohlen, denn ohne den Test dürfen wir nicht in den Flieger.

Rein beruflich versäumen Sie daheim nichts: In Deutschland werden massenhaft Veranstaltungen abgesagt.

Ich weiß, ich stehe ständig in Kontakt mit unserem Büro. Wir selbst sagen keine Auftritte ab, das müssen die Veranstalter tun. Und etliche haben bereits Termine auf den Sommer verschoben. Aber es nutzt ja nichts, da müssen wir jetzt alle gemeinsam durch. Ich kann nur jedem daheim sagen: Selbst auf der Trauminsel ist eine Quarantäne nicht witzig.

Darf man eigentlich über Corona Witze machen?

Ich habe es selbst bis vor Kurzem getan. Aber jetzt bin ich vorsichtig geworden.

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