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Komma Esslingen Ein Trip in Israels DIY-Szene

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Jörg Freitag vom Esslinger Jugendhaus Komma reist mit einer 15-köpfigen Delegation nach Israel. Mit dabei ist die Band Die Nerven, und die Gruppe riskiert einen Blick in die israelische Underground-Szene. Ein Interview und kommentierte Links.

Die Nerven gehen auf Israel-Reise - ein subkultureller Jugendaustausch, wie ... Foto: Plavec 2 Bilder
Die Nerven gehen auf Israel-Reise - ein subkultureller Jugendaustausch, wie ... Foto: Plavec

Esslingen - Studienreisen in die israelische Underground-Kultur gehören definitiv nicht zum Standard-Programm eines Jugendhauses. Vom 22. bis 30. März reist eine 15-köpfige Delegation des Esslinger Jugendhauses Komma quer durch Israel. Auf dem Programm stehen vor allem Musik und Skateboard. 

Der Jugendarbeiter und Initiator der Reise, Jörg Freitag, erzählt im Interview, was er sich dabei gedacht hat. Und er sagt, was die allseits gehypte Stuttgarter bzw. Esslinger Band Die Nerven den israelischen Musikhörern zu sagen hat.


Esslingen meets Israel: Da gibt es sicher kulturelle Gräben zu überwinden?
"Nicht zwingend. Die ganzen Subkulturen sind ja globale Szenen - sowohl die Skateboarder als auch die Musiker. Um diese beiden Themen geht es bei unserer Reise: Es gibt Abende mit Livemusik und anschließendem DJing, und die Skater werden Tel Aviv auf dem Skateboard erkunden."

Also geht es darum, Parallelen zwischen Deutschland und Israel zu zeigen?
"Natürlich gibt es in Israel beispielsweise auch eine DIY-Szene, also Do-it-Yourself - der Zugang zur Musik ist dem im Komma ganz ähnlich. Man versucht, so vieles wie möglich selbst zu machen, neben der Musik etwa auch Konzerte zu veranstalten."

Klingt die Musik, die da da herauskommt, dann ähnlich wie das, was in Esslingen gespielt wird?
"Da würde nie jemand sagen 'Oh, das ist typisch deutsche Musik'. Sondern das ist geiler Scheiß oder eben nicht."

Die Nerven, die während Ihrer Reise vier Konzerte in Israel spielen, gelten wenigstens hierzulande als heißer Scheiß.
"Die Musikabende finden in ziemlich angesagten Clubs statt. Da spielen Die Nerven und lokale israelische Bands gemeinsam. Im Vordergrund steht die Idee, dass da Freundschaften entstehen. Man kriegt hier von Deutschland aus ein ganz anderes Bild von Israel, als wenn man das Land mit eigenen Augen sieht. Da leben vor allem ganz normale Menschen, die auch Musik machen, bloggen und so weiter. Und das teilweise unter ziemlich ähnlichen Bedingungen wie hier."

Zum Beispiel?
"Die Clubs, in denen wir die Musikabende veranstalten, sind teilweise ganz ähnlich wie der inzwischen geschlossene Konzertwaggon am Nordbahnhof. Man kennt und schätzt dieselben Bands. Und die Israelis haben eine hervorragende Feierkultur."


Eine weitere Ähnlichkeit, die Jörg Freitag erwähnt: Der Großraum Tel Aviv ist ähnlich wie der Raum Stuttgart weniger eine einzige, konzentrierte Großstadt, sondern eine großer Siedlungsraum mit städtischen Zentren und vorortähnlichen Gebieten. Die Partnerschaft der Stadt Givatayim im Großraum Tel Aviv mit dem Landkreis Esslingen ist ein Anknüpfungspunkt der Reise.

Bei allen Ähnlichkeiten: "Man hat uns erzählt, dass Givatayim so etwas wie der Killesberg von Tel Aviv ist", sagt Jörg Freitag. Also etwas ziemlich anderes als die Welt, die aus dem Komma-Umfeld stammende Bands wie Die Nerven in ihren Songs und in ihren Videos darstellen

Aber die Szene vor Ort sei "genauso heterogen wie die hier im Raum Stuttgart", sagt Jörg Freitag. Außerdem werden der Sozialarbeiter und Musikexperte samt Entourage die Israelis schon überzeugen können. Gute Musik ist nämlich international.

Auf der nächsten Seite gibt es Links zu den Underground-Clubs, die die Esslinger Gruppe besuchen wird - und zu der israelischen Version von Die Nerven.




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