Kommentar Die deutschen Biathleten müssen in die Strafrunde

Benedikt Doll gibt am Schießstand alles. Aber reicht es? Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Die WM-Erfolge der deutschen Biathleten sind gut, aber sie könnten besser sein. Der deutsche Verband hat etwas Nachholbedarf.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Antholz - Keine Goldmedaille, viermal Silber und einmal Bronze. Die Bilanz der Biathleten nach der WM in Antholz ist keine, womit man die erfolgsverwöhnten deutschen Fans ins Tal der Tränen stürzen könnte. Fünf Medaillen sind nicht nichts, aber im Vergleich mit den zurückliegenden Jahren dokumentieren sie eine absteigende Entwicklung seit nunmehr drei Wintern. Natürlich ist Medaillenhamster Laura Dahlmeier etwas überraschend im Frühjahr 2019 zurückgetreten, sie hatte seit 2017 allein für fünfmal Einzel-Gold gesorgt. Aber genau darin liegt die Aufgabe eines großen Wintersportverbandes wie dem DSV, mögliche Personallücken bei Spitzenkräften zu erkennen, rechtzeitig Schritte einzuleiten und die Lücken zeitnah zu schließen.

 

Zu lange ausgeruht

Dabei hat sich der DSV zu lange auf seinen Lorbeeren ausgeruht und im Nachwuchsbereich nicht das unternommen, um Talente an den Spitzenbereich heranzuführen. Erst nach Dahlmeiers „Servus“ wurde in Bernd Eisenbichler ein Fachmann als Sportlicher Leiter installiert, der entsprechende Konzepte erarbeiten und ihre Umsetzung kontrollieren soll. Dass in dieser Saison ein Schießproblem bei den Skijägern verschärfend hinzukam, war dagegen nicht abzusehen. Im Umgang damit zeigte der Verband nicht immer das nötige Fingerspitzengefühl und den nötigen Tatendrang, mittlerweile werden auch die fürs Schießtraining nötigen Maßnahmen neu justiert. Der DSV muss nach der WM 2020 in die Strafrunde, doch der Rückstand danach ist nicht unaufholbar.

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