Kommentar Täuschen und tricksen

 Foto: Michael Steinert
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Die grün-rote Landesregierung hat ein massives Problem namens Winfried Hermann, meint der StZ-Redakteur Achim Wörner.

Chefredaktion: Achim Wörner (wö)
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Stuttgart - Keine Frage, die grün-rote Landesregierung hat einen respektablen Start hingelegt. Dies ist vor allem der besonnenen Art von Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu verdanken, der mit seinem Vize Nils Schmid ein gutes Gespann bildet. Bei Stuttgart 21 aber hat man in der Villa Reitzenstein mittlerweile ein massives Problem. Und dieses hat einen Namen: Winfried Hermann.

Der Grüne hat als Verkehrsminister in der neuen Regierung ohne Zweifel die undankbarste Aufgabe. Und doch hat er es in bemerkenswert kurzer Zeit geschafft, in den eigenen Reihen, vor allem aber beim Koalitionspartner Unmut auszulösen. Die Vorwürfe, mit denen sich der langjährige Oppositionspolitiker jetzt konfrontiert sieht, sind aber von ganz anderem Kaliber. Vieles spricht dafür, dass Hermann in Zusammenhang mit dem Stresstest zum Milliardenprojekt bewusst die Unwahrheit gesagt hat. Seine Behauptung, über Zwischenstände nicht informiert zu sein, ist nachweislich ebenso falsch wie jene, er habe ein Interview zum Thema gar nicht gegeben.

Wer so agiert, trickst und täuscht bewusst die Öffentlichkeit, täuscht Freunde wie Gegner von Stuttgart 21. Und er tut genau das, was er der Bahn und der alten Landesregierung immer vorwirft. Das ist inakzeptabel. Winfried Hermann mag im Amt bleiben - aber er bleibt es nicht in Würden.

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