Erste Erfolge zeichnen sich ab bei Air Berlin. Doch der Schuldenberg bleibt existenzgefährdend für Deutschlands zweitgrößte Fluglinie, schreibt StZ-Autor Thomas Wüpper.

Korrespondenten: Thomas Wüpper (wüp)

Berlin - Bis jetzt sind die Erfolge von Hartmut Mehdorn noch überschaubar. Auch bei Air Berlin ist der frühere Bahn-Chef als knallharter Sanierer angetreten, der den Laden wieder in Schwung bringen soll. Erst mal allerdings wachsen die Verluste weiter, zumindest unter dem Strich. Im operativen Geschäft dagegen zeichnen sich erste deutliche Verbesserungen ab. Das wird vor allem den arabischen Großaktionär Etihad freuen, der mit seinem Einstieg und einem üppigen Kredit die zweitgrößte deutsche Fluglinie vorerst einmal gerettet hat.

Wie es mit Air Berlin weitergeht, ist offen. Der riesige Schuldenberg bleibt eine existenzgefährdende Belastung. Entscheidend ist, ob Mehdorns riskanter Spar- und Kooperationskurs die Wende bringt. Die Allianz mit Etihad und Oneworld verschafft den Berlinern neue Kunden und Möglichkeiten, kostet aber erst einmal Geld. Richtig und ohne Alternative ist es, die Flotte der Fluggesellschaft zu reduzieren, weil die einst angepeilte Expansion viel zu übertrieben war, wie die zahlreichen Neubestellungen zeigten.

Für den Wettbewerb im deutschen Flugmarkt und in Europa ist zu hoffen, dass der größte inländische Lufthansa-Konkurrent möglichst eigenständig am Himmel bleibt. Die Preiserhöhungen, Streckenstreichungen und immer vollere Maschinen machen das Fliegen mit den Berlinern allerdings nicht attraktiver. Erschwerend kommt hinzu, dass Air Berlin sein neues luxuriöses Drehkreuz in der Hauptstadtregion erst viel später in Betrieb nehmen kann. Hier hofft Mehdorn allerdings zu Recht auf einen angemessenen Ausgleich von den staatlichen Betreibern. Das wird der Fluglinie eine weitere Entlastung bringen.

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