Deutschland ist dringend auf qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen. Endlich werden bürokratische Hürden aus dem Weg geräumt, meint Armin Käfer.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Armin Käfer (kä)

Berlin - Ist Deutschland ein Einwanderungsland? Über diese Frage gab es jahrzehntelang einen unnützen Streit. Dabei ist sie schlichtweg falsch gestellt. Es leben hier viele Menschen, die ihre Wurzeln in der Fremde haben. Und einige Hunderttausend ziehen jedes Jahr nach. Aber dort, wo Einwanderung wünschenswert wäre, findet sie nicht statt. Die Frage muss also lauten: Welche Einwanderer brauchen wir?

Die Politik hat es verschlafen, darauf rechtzeitig eine Antwort zu geben. Ideologische Vorbehalte standen dem im Wege. Sie ist deshalb mit schuld am Fachkräftemangel, der nur durch den Zuzug ausländischer Experten auszugleichen wäre. Ohne Einwanderer ist das Qualitätssiegel „made in Germany“ keine Garantie für Wohlstand. Deutschland ist für hochqualifizierte Kräfte von auswärts zu wenig attraktiv. Das liegt auch an bürokratischen Hemmnissen. Sie schrecken viele ab, die hier einen Job finden oder ein Unternehmen gründen könnten. Einige dieser Hürden will die Koalition nun aus dem Weg räumen, andere zumindest senken. Dafür ist es allerhöchste Zeit.

Doch Gesetzeskorrekturen allein reichen nicht. Praktika und befristete Verträge werden weder Softwareingenieure aus Indien noch Techniker aus China dazu verleiten, ausgerechnet in Deutschland ihre Zukunft zu suchen. Dazu bedürfte es wenigstens gut bezahlter Dauerjobs.

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