Eine Rede vor Unternehmern, für die Günther Oettinger (CDU) nun kritisiert wird, ist eine Rede im halböffentlichen Raum. Dabei hätte er Ausdrücke wie „Schlitzaugen“ und „Pflicht zur Homo-Ehe“ nicht benutzen dürfen. Nicht zuletzt der Digitalkommissar hätte wissen müssen, dass im Internetzeitalter so was schnell in die Öffentlichkeit gerät, wo viele darauf warten, sich zu empören. Problematischer als die Ausdrücke ist: Oettinger passiert es immer wieder, dass ihm die Pferde durchgehen. Diese Schwäche ist sein persönliches Sicherheitsrisiko als Spitzenpolitiker. Tragisch ist, dass er sich damit selbst am meisten schadet. Da ruiniert ein überaus fleißiger und hoch kompetenter Politiker alle paar Jahre wieder den Ruf, den er sich über eine lange Strecke aufgebaut hat.