Kommentar zu Nokia und Microsoft Eine Allianz der Angezählten

Nokia will seine Smartphones künftig mit dem Betriebssystem Windows Phone 7 von Microsoft auf den Markt bringen. Foto: dapd
Nokia will seine Smartphones künftig mit dem Betriebssystem Windows Phone 7 von Microsoft auf den Markt bringen. Foto: dapd

Nokia und Microsoft tun sich gegen übermächtige Gegner zusammen, kommentiert StZ-Redakteurin Eva Drews.

Wirtschaft: Eva Drews (ave)
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Stuttgart - Die Zeiten, in denen ein Handy ein Telefon war, sind vorbei. Heutzutage sind die Winzlinge Multifunktionsgeräte, mit denen man unter anderem auch telefonieren kann. Sie können Einkaufsmanager, Wörterbuch, Navigationsgerät, mobiles Büro, Spielkonsole oder auch schlafphasensensitiver Wecker sein - ganz wie der Benutzer es will. Denn was ein Handy genau ist, liegt heute vor allem in der Hand des Besitzers, der sich in Windeseile neue Funktionen hinzukaufen kann. Das unterscheidet das Handy von früher vom heutigen Smartphone.

Entsprechend ist immer mehr Käufern das Betriebssystem ihres Handy mindestens so wichtig wie das Gerät selbst - schließlich hängt davon ab, welche Applikationen (Apps) sich hinzukaufen lassen und wie gut diese funktionieren. Die Nase vorn haben dabei die kalifornische Technikgoldgrube Apple mit dem I-Phone und seinem Betriebssystem IOS und der Suchmaschinengigant Google mit seinem Betriebssystem Android, das auf Handys verschiedener Hersteller läuft. Apple glänzt mit edler Optik und professionellen Anwendungen, Android lockt nicht zuletzt mit individueller Anpassbarkeit - das System ist offen, und jeder der mag, kann sich seine persönliche Anwendung selber schnitzen. Die Auswahl an Apps ist schier unendlich.

Keine Rolle spielt hingegen der einstige Platzhirsch Nokia - weder bei den Geräten noch beim Betriebssystem. Und selbst verzweifelte Versuche, wie eine kostenlose Navigationslösung auf etlichen Modellen, haben den Finnen bisher nicht wieder auf den Thron des Mobilmarktführers geholfen. Im Gegenteil - Nokias Marktanteil sinkt stetig. Entsprechend hat der neue Nokia-Chef Stephen Elop jüngst seinen Konzern mit einer "brennenden Ölplattform" verglichen, eiligst nach einem potenten Partner gesucht und ihn in seinem früheren Arbeitgeber Microsoft gefunden, der mit seinem eigentlich hochgelobten Mobil-Betriebssystem Windows Phone 7 selbst kein Land gewinnt. Gemeinsam können sie sicher attraktive Geräte mit Potenzial auf den Markt bringen. Ob der sie aber annimmt und ob die Entwickler von Applikationen Mobile Phone als Plattform dann ernster nehmen, steht in den Sternen. Mehr als eine Allianz der Angezählten ist diese Kooperation vorerst nicht.

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