Kommentar zu von der Leyen Wunder Punkt

Selbstbewusste Arbeitsministerin: Ursula von der Leyen Foto: dpa
Selbstbewusste Arbeitsministerin: Ursula von der Leyen Foto: dpa

Es gibt ein Leben jenseits des Jobs. Und es ist gut, dass die Arbeitsministerin daran erinnert, meint die StZ-Autorin Barbara Thurner-Fromm.

Politik: Barbara Thurner-Fromm (tuf)
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Stuttgart - Ursula von der Leyen ist eine Politikerin, die ungeachtet des Dauergezänks der schwarz-gelben Koalition ihre Themen setzt. Sie kämpft für einen flächendeckenden Mindestlohn – auch wenn der aus Parteiräson anders heißen soll. Sie ficht für eine Frauenquote in Unternehmensführungen und legt sich dabei nicht nur mit der Familienministerin, sondern auch mit der Kanzlerin an. Sie rügt die Tatsache, dass Verkäuferinnen herbeitelefoniert und wieder heimgeschickt werden, wie es den Unternehmen passt, völlig zu Recht als unhaltbaren Missstand.

Auch mit ihrem jüngsten Vorstoß legt die Bundesarbeitsministerin den Finger auf einen wunden Punkt: Dank Handy und Laptop sind viele Arbeitnehmer inzwischen de facto rund um die Uhr im Dienst. Tarifliche Arbeitszeiten bilden die berufliche Realität nicht mehr ab, wenn vom Arbeitgeber – ob offen oder stillschweigend – erwartet wird, dass Mitarbeiter Mails auch nach Feierabend, am Wochenende und im Urlaub checken und telefonisch jederzeit erreichbar sind. Nicht abschalten zu können stresst und macht krank. Der Verweis auf das Arbeitsschutzgesetz ist richtig; er reicht aber nicht: Gewerkschaften und Betriebsräte müssen durch Vereinbarungen in den Unternehmen darauf achten, dass die Kollegen auch gedanklich die Türe hinter sich zumachen können.




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