Kommentar zum Brandanschlag in Stuttgart Ein Zeichen der Solidarität

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Nach dem Brandanschlag auf ein Gebäude der Türkisch-Islamischen Union Ditib in Feuerbach haben Politiker und Geistliche vorbildlich reagiert, kommentiert StZ-Lokalchef Holger Gayer.

Auf ein Gebäude der Türkisch-Islamischen Union Ditib in Stuttgart ist ein Brandanschlag verübt worden. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Foto: Getty Images Europe
Auf ein Gebäude der Türkisch-Islamischen Union Ditib in Stuttgart ist ein Brandanschlag verübt worden. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Foto: Getty Images Europe

Stuttgart - Was könnte es an Positivem geben, wenn Brandsätze in Räume der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Stuttgart geflogen sind und eine Bücherei vollständig zerstört haben? Nichts, eigentlich. Diese Tat ist abscheulich und feige. Sie schürt nicht nur Angst und Wut bei den Betroffenen, sondern bedient auch Ressentiments bei unbeteiligten Bürgern, die verständlicherweise nicht wollen, dass der Konflikt zwischen Türken und Kurden auch in Deutschland und nun sogar voller Gewalt in Stuttgart ausgetragen wird.

Und doch gibt es wenige Tage vor Weihnachten auch eine Hoffnung, die mitten hinein scheint in das Entsetzen über diese Tat. Spontan, schnell und eindeutig haben sich Ministerpräsident, Oberbürgermeister und namhafte Vertreter der christlichen Kirchen an die Seite derer gestellt, die angegriffen worden sind. Die Worte von Winfried Kretschmann, Fritz Kuhn sowie der Stadtdekane Christian Hermes und Søren Schwesig setzen ein wichtiges Zeichen. Sie zeigen, dass sich die Bürger in Stuttgart und Baden-Württemberg nicht auseinanderdividieren lassen wollen von kriminellen Gewalttätern. Dass sowohl die Politiker als auch die Geistlichen hierzulande diese Solidarität als vollkommen selbstverständlich betrachten, ist ein Wert, der gerade im Blick auf den Terror in der Welt nicht hoch genug einzuschätzen ist.

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