Kommentar zum Bürgernationalpark Wo bleiben Natur- und Artenschutz?

Ja zum Wald, Nein zum Nationalpark – die CDU im Landtag weiß die Gegner des von Grün-Rot geplanten Nationalparks  auf ihrer Seite. Die wichtigsten Fakten zum Nationalpark zeigen wir in der Fotostrecke. Foto: dpa 16 Bilder
Ja zum Wald, Nein zum Nationalpark – die CDU im Landtag weiß die Gegner des von Grün-Rot geplanten Nationalparks auf ihrer Seite. Die wichtigsten Fakten zum Nationalpark zeigen wir in der Fotostrecke. Foto: dpa

Die Opposition im baden-württembergischen Landtag verspricht einen Bürgernationalpark. Doch die Pläne für eine stark verkleinerte Fläche in mehr als 900 Metern Höhe ist eine Mogelpackung, findet StZ-Redakteurin Andrea Koch-Widmann.

Landespolitik: Andrea Koch-Widmann (akw)
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Stuttgart - Der Oppositionsführer Peter Hauk im Landtag ist offensichtlich ein Fan von Pippi Langstrumpf und ihrem Prinzip: „Ich mach mir die Welt . . . widdewidde . . . wie sie mir gefällt . . .“ Anders sind seine Versuche nicht zu erklären, einen „Bürgernationalpark“ nach eigenen Kriterien zu entwerfen, der zwar Rücksicht auf die Sägewerkslobby nehmen soll, aber natur- und artenschutzfachliche Kriterien und Anforderungen ignoriert.

Die vorgeschlagene Fläche entspricht nur gut der Hälfte dessen, was das Bundesamt für Naturschutz, Europarc und die gemeinsam mit den Ländern entwickelten Qualitätskriterien als Mindestgröße für einen neuen Nationalpark vorsehen. Prozessschutz, also Natur Natur sein lassen, braucht Großflächigkeit. Das ist wissenschaftlich unumstritten. Der Vorschlag der CDU torpediert dieses Schutzziel zum anderen auch noch dadurch, dass sie ihren Park in höhere Regionen verlagern will. Das kann jeder Laie anhand der Höhenlinien auf der Landkarte ablesen – statt großer Flächen entstünden Inselchen und lang gestreckte Finger mit entsprechenden Störfaktoren für die Kernzonen, in denen sich unbeeinflusst vom Menschen irgendwann Wildnis entwickeln soll.

Fachlich ist das CDU-Konzept schon jetzt durchgefallen. Es entpuppt sich als Mogelpackung. Das Land Baden-Württemberg aber wäre national und international blamiert, wenn Touristen mit falschen Versprechen gelockt würden. Das müsste man dann Verbrauchertäuschung nennen.

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