Kommentar zum EnBW-Ausschuss Erzwungene Geständnisse

Brisante Unterlagen: eine Akte zum Fall Mappus Foto: dpa 32 Bilder
Brisante Unterlagen: eine Akte zum Fall Mappus Foto: dpa

Der Vizechef der baden-württembergischen CDU, Winfried Mack, hat Stefan Mappus eine interne Mail aus dem EnBW-Untersuchungsausschuss weitergeleitet. Er hat damit als Mann der Zukunft ausgedient, kommentiert der StZ-Redakteur Andreas Müller.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Andreas Müller (mül)
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Stuttgart - Die Reihe der erzwungenen Geständnisse bei der Südwest-CDU reißt nicht ab. Nach Ex-Minister Ulrich Müller und Fraktionsgeschäftsführer Volker Schebesta hat nun ein dritter, vergleichsweise prominenter Christdemokrat fragwürdige Kontakte zum früheren Ministerpräsidenten Stefan Mappus zugeben müssen: Auch der stellvertretende Landes- und Fraktionschef der Partei, Winfried Mack, hat interne Unterlagen des EnBW-Untersuchungsausschusses an Mappus weitergeleitet. Eingeräumt hat er das erst jetzt, als es in Akten dokumentiert war und sich nicht mehr leugnen ließ.

Macks Erklärung, der Vorgang sei ihm entfallen gewesen, klingt nicht sehr glaubhaft. Spätestens der Aufruf von Fraktionschef Peter Hauk, jeder Abgeordnete solle sich selber prüfen, hätte ihm auf die Sprünge helfen müssen. Nun muss sich nicht nur Hauk, sondern die ganze Landtags-CDU hinters Licht geführt sehen. Dass Mack obendrein wenig Einsicht zeigt und – anders als Müller und Schebesta – nicht auf sein Mandat im Ausschuss verzichten will, macht die Sache noch schlimmer. Er wirft damit die Frage auf, ob er für die beiden ungleich wichtigeren Vizeposten in Partei und Fraktion noch geeignet ist. Als Mann mit Zukunft hat der Ellwanger, dem die Loyalität zu Mappus wichtiger war als seine Integrität, in jedem Fall ausgedient.

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