In Wahlkampf setzen die Kandidaten auf Grund des Terrors auf populistische Forderungen. Sie liefern sich Scheingefechte, mein StZ-Redakteur Axel Veiel.
Toulouse - Im Westen nichts Neues. Frankreichs Wahlkampf wird nicht besser. Nach dem Tod des Serienmörders von Toulouse, der in islamistischer Verblendung sieben Menschen erschossen hat, tun die Präsidentschaftskandidaten das Übliche. Anstatt sich den wahren, leider schwer lösbaren Problemen zuzuwenden, führen sie Scheingefechte. Das wahre Problem ist das der Integration der Nachfahren muslimischer Einwanderer.
In seelenlose Vorstädte abgeschoben, kommen sie auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt nicht zum Zuge, erleben sich als Bürger zweiter Klasse. Für den Islamismus ein idealer Nährboden. Das Scheingefecht richtet sich gegen einen angeblich zu laschen Gesetzgeber. Staatschef Nicolas Sarkozy verspricht härtere Strafen gegen Websites, die zum Hass aufrufen, der sozialistische Rivale François Hollande kündigt einen härteren Kurs gegen Kriminelle an. Glauben die beiden wirklich, Fanatiker damit zur Räson bringen zu können? Wahrscheinlich nicht. Genauso wenig, wie sie glauben, nach den Wahlen um einen harten Sparkurs herumkommen zu können. Aber das sagen sie dem Wähler natürlich auch nicht. Als ob der nicht längst ahnen würde, dass er für dumm verkauft wird. Laut Umfragen finden drei Viertel der Bevölkerung den Wahlkampf öde, steuert die Stimmenthaltung Rekordhöhen entgegen.