Kommentar zum Funkloch Die Kirche ist nicht schuld

Seit Herbst 2012 funkt im Turm der Franziskakirche kein Handymast mehr. Foto: Archiv Ott
Seit Herbst 2012 funkt im Turm der Franziskakirche kein Handymast mehr. Foto: Archiv Ott

Der Betreiber ist für eine lückenlose Versorgung zuständig. Auch die Stadt muss reagieren.

Bad Cannstatt: Julia Barnerßoi (baj)
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Stuttgart-Plieningen - Der Empfang im Sonntagsgottesdienst ist immer herzlich. Er ist der einzige Empfang, für den die Kirche verantwortlich ist. Für ein lückenloses Handynetz zu sorgen, gehört nicht zu ihren originären Aufgaben. Wenn eine Kirchengemeinde beschließt, ihr Turmdach an einen Mobilfunkbetreiber zu vermieten, ist das ihr gutes Recht – auch wenn Gemeindemitglieder anderer Meinung sind. Ebenso ist es ihr gutes Recht, diese Antenne wieder abbauen zu lassen – auch wenn das manche Handynutzer ärgert. Die Kirche ist in dem Fall nicht anders zu sehen als eine Privatperson, die ihr allenfalls etwas höheres Dach vermietet. Die Aussage eines Vertreters der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart, man wolle zur Entschleunigung beitragen, ist keine zeitgemäße. Aber auch keine repräsentative. Sie wurde von einer Einzelperson getroffen. Die evangelische Kirchengemeinde Birkach jedenfalls hat ihre Entscheidung nicht getroffen, um zu bevormunden.

Neben dem Mobilfunkbetreiber ist auch die Stadt in der Pflicht, endlich zu reagieren. Die Nachfrage nach lückenloser Versorgung steigt kontinuierlich. Gleichzeitig schreitet die technische Entwicklung voran, es gibt immer höhere Standards in der Sendetechnik. Wenn die Sendeleistung nicht überdurchschnittlich hoch gedreht werden soll, müssen mehr Masten gebaut werden. Die Möglichkeiten gehen den Betreibern aber aus: Landschaftschutz hier, soziale Einrichtungen da. Ein Standort-Konzept muss her.




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