Kommentar zum G-8-Treffen Höchste Zeit für einen Masterplan

Demenz ist eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Foto: dpa
Demenz ist eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Foto: dpa

Die Zahl der Demenz-Kranken wächst weltweit rapide. Dies ist eine Folge der demografischen Entwicklung. Im Kampf gegen die Krankheit ist deshalb ein Masterplan nötig, analysiert die StZ-Redakteurin Barbara Thurner-Fromm.

Politik: Barbara Thurner-Fromm (tuf)
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Stuttgart - Wenn sich die führenden Politiker der acht größten Industrienationen, der G 8, treffen, geht es zumeist um Finanz- und Wirtschaftspolitik. Wichtiges also, im globalen Maßstab. Doch nun lässt aufhorchen, dass sich in London erstmals die Gesundheitsminister aus den USA, aus Großbritannien, Japan, Kanada, Frankreich, Italien, Russland und Deutschland zu einem Demenz-Gipfel getroffen haben. Demenz – ist das nicht die Vergesslichkeit im Alter, über die man gerne Witzchen reißt?

Menschen, die einen Angehörigen betreuen, der sich in seinem angestammten Leben nicht mehr auskennt, der sich in Raum und Zeit nicht mehr orientieren kann und zudem stark wesensverändert ist, finden das alles nicht zum Lachen. Sie fühlen sich im Gegenteil oft überfordert mit ihrem anstrengenden Alltag und allein gelassen mit ihren Problemen und finanziellen Sorgen wegen der Pflege. Auch die neuesten Zahlen lassen keinen Zweifel daran, dass Demenz eben keineswegs nur ein bisschen Altersverwirrtheit ist, sondern eine Herausforderung von globaler Dimension.

In Deutschland leben derzeit rund 1,4 Millionen, ganz überwiegend ältere Menschen mit erheblichen Gedächtnisstörungen. Bis 2050 – so die Prognosen – wird sich die Zahl auf rund drei Millionen mehr als verdoppeln. Weltweit beziffert die Internationale Alzheimer Organisation die Zahl der Erkrankten auf 44 Millionen, die sich bis 2050 auf 135 Millionen Erkrankte mehr als verdreifachen dürfte.




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