Lässt sich zunächst nicht locken: Nach dem Gewinn des Tripels mit dem FC Bayern hat Jupp Heynckes entschieden, vorerst Pause zu machen. Er tut damit das einzig Richtige, kommentiert StZ-Sportredakteur Marko Schumacher.

München - Von außen betrachtet kann die Entscheidung von Jupp Heynckes eigentlich nicht allzu schwer gewesen sein, sich zumindest vorerst in kein neues Trainerabenteuer zu stürzen. Erstens ist er 68, in einem Alter also, in dem es kein Fehler ist, mit seinen Kräften sorgsam umzugehen. Und zweitens gibt es für Heynckes, nachdem er im Vereinsfußball alles erreicht hat, nichts mehr zu gewinnen – dafür aber einiges zu verlieren.

 

Allerdings gibt es nicht nur im Profifußball unzählige Beispiele, die immer wieder zeigen, wie schwer es den meisten fällt, von der Macht loszulassen und aus dem Rampenlicht zu treten. Man kann Heynckes daher zu seinem Schritt nur gratulieren. Es ist ein großer Abgang. Er hat der Versuchung widerstanden, seinen Triumph mit den Bayern an einem anderen Ort zu versilbern, obwohl ihm in der ganzen Welt der rote Teppich ausgerollt worden war.

Heynckes ist aber auch schlau genug gewesen, sich eine Hintertüre offen zu lassen. Denn er weiß: nach der WM 2014 ist womöglich die Position des Bundestrainers neu zu besetzen. Es wäre die Vollendung seiner Karriere. Und wer sagt, Heynckes sei dafür zu alt: Luis Aragonés war 70, als er 2008 mit Spanien Europameister wurde.