Mit dem Postareal muss es vorangehen. Für den Parkhaus-Neubau sollten aber Alternativen geprüft werden.
Leonberg - Die Coronapandemie und ihre Folgen hat sich keiner ausgesucht. Auch nicht der Postareal-Investor Strabag. Dass er seine Pläne den neuen Gegebenheiten anpasst, ist nachvollziehbar. Für die Bebauung auf dem Layher-Gelände und auf dem Postareal sind erhebliche Eingriffe in die Topografie Leonbergs erforderlich. Da sind eine Menge Felsen, die weg müssen. Auf den ersten Blick ist es verständlich, wenn der Investor nun sagt, ein zusätzliches Parkdeck rechnet sich nicht. Allerdings wusste die Strabag im Voraus, was sie auf dem Gelände erwartet. Es gehört zum unternehmerischen Risiko, solche Entwicklungen einzuplanen.
Mit dem Projekt muss es vorangehen
Auf der anderen Seite kann man auch die Position der Stadtverwaltung verstehen, dem Investor hier hilfreich zur Seite zu springen. Denn immerhin zieht sich das Projekt Postareal und Brückenschlag nun schon fast zehn Jahre. Wenn es mit der geplanten Fertigstellung bis 2023 etwas werden soll, muss an das Thema Stellplätze schnell ein Knopf dran.
Dennoch ist das Vorhaben nicht ohne Beigeschmack. Das Parkhaus wäre in dieser Form und zu diesem Zeitpunkt nicht geplant worden. Auch andere Gründe sprechen dagegen. Der Bereich vor der Georgii-Halle und der alte Teil des Rathaus-Parkplatzes sind als – einzige – Reserve eingeplant, falls das Schulzentrum wegen steigender Schülerzahlen erweitert werden muss. Und die Zahlen steigen.
Alternativen diskutieren
Außerdem wurden Alternativen zum Parkhaus-Neubau öffentlich gar nicht in Betracht gezogen. Zumal die externen Stellplätze nicht für Leute gedacht sind, die auf dem Postareal wohnen, sondern dort arbeiten. Warum kann der Investor nicht Plätze im Altstadt-Parkhaus kaufen oder mieten? Warum sucht man nicht eine Lösung im Bereich Sportzentrum/Festplatz Steinstraße? Das ist zumindest eine Diskussion wert.